Die Action-Serie Wolverine (jap.: ウルヴァリン) wurde vom Studio Madhouse, welche von Trigun, Devil May Cry oder Summer Wars bekannt sind, produziert. Das Original stammt vom amerikanischen Comic-Verlag Marvel. Regie führte Hiroshi Aoyama (Rocket Girls) und das Charakter Design stammt von Hisashi Abe (Devil May Cry). Wolverine lief in Japan vom Dezember 2010 bis März 2011. Hierzulande strahlte Pay-TV Sender Animax und Super RTL die Serie in deutscher Sprache aus. 2013 wird der Anime auch von Sony Pictures Home Entertainment auf DVD veröffentlicht.
Wolverine ist ein bekannter Superheld des amerikanischen Marvel-Verlags. Neben seinem fixen Auftreten bei den X-Men als ein Mitglied der Truppe, hat er durch seinen interessanten Charakter auch eine eigene Comicreihe. Wolverine ist wie alle X-Men ein Mutant, der mit seiner außergewöhnlichen Regenerationsfähigkeit, seinem intensiven Geruchsinn, Stärke und Agilität an ein Tier erinnert. Neben diesen Eigenschaften besitzt er auch links und rechts auf dem Rücken seiner Hand jeweils drei ca. 30 Zentimeter lange Klingen, welcher er beliebig ausfahren kann. Im Rahmen eines damaligen Experiments wurden seine Knochen mit dem Material Adamantium ummantelt, das unzerstörbar ist. Mit richtigen Namen heißt er James Howlett, nennt sich selbst aber Logan und das Wort Wolverine soll seine Eigenschaften wie Aggressiv, schnell und Zäh darstellen.

Logan ist unsterblich in das schöne Mädchen Mariko Yashida verliebt und sie in ihn ebenso. Das Leben könnte in so einem Moment nicht schöner sein aber das vollkommene Glück der Zwei währt nicht ewig. Mariko ist die Tochter eines in Japan lebenden Mannes namens Shingen Yashida. Er ist der Anführer eines berüchtigten Verbrecher-Syndikats der Yakuza mit dem Namen Kusurio und lässt seine Tochter von seinen Männern aus New York City entführen. Sie soll durch die Bindung mit der Familie Kurohagi den Mann Hideki versprochen werden. Hideki Kurohagi ist wie Shingen ein Krimineller und herrscht über eine Insel mit dem Namen Madripoor, eine Brutstätte internationaler Kriminalität

Als Logan von seinem guten Freund Asano erfährt, dass seine verschwundene Liebe in Japan lebt und zur Heirat gezwungen wird, macht er sich auf den Weg dorthin. Asano ist ein Ermittler der japanischen Sicherheitspolizei und erzählt Logan, das sie schon lange hinter der Verbrecherbande von Shingen her sind, sie aber nie ausreichend Beweisstücke sammeln konnte. Mit Logans Hilfe wollen sie das Syndikat stürzen. Nachdem Logan in Shingens Heim einbricht wird er schnell entdeckt. Die zahlreichen Untergebenen von Shingen greifen ihn an, haben aber durch seine Stärke und Regenerationsfähigkeit keine Chance. Es kommt zu einem Schwertkampf zwischen Shingen und Logan. Der Sieger soll als Preis das Mädchen erhalten. Leider ist Shingen für seine unglaublichen Fähigkeiten mit dem Kampf des Schwertes berühmt und durch eine hinterhältige Attacke von Hideki Kurohagi wird Logan bezwungen. Der in Ohnmacht gefallene Logan wird beinahe von einem heranrasenden Zug erfasst, als eine mysteriöse, junge Frau auftaucht und ihn rettet.

Die im Kampf talentierte Frau heißt Yukio und will bei dem Sturz Shingens mithelfen. Sie verbindet mit ihm eine schmerzvolle Vergangenheit und sühnt auf Rache. Zunächst will Logan seinen Freund Asano kontaktierten. Ihm Unterschlupf angekommen findet er nur noch seine Leiche vor. Polizisten stürmen das Gebäude und greifen Wolverine an. Nun wird Logan nicht nur von den Killern Shingens gejagt, sondern auch noch von der japanischen Polizei. Auf der Flucht von der Polizei taucht schon der nächste Feind auf. Diesmal sind es keine schwarz gekleideten Männer sondern der Auftragskiller Kikyo Mikage. Er ist wie Logan ein Mutant, der neben seiner Regenerationsfähigkeit auch ein Schwert aus seiner Hand ausfahren kann. Nach dem harten Kampf der Beiden kann Logan die Flucht ergreifen.

Logan will unter allen Umständen sein Mädchen Mariko aus den Armen der Yakuza befreien. Kann Logan sein Ziel erreichen, Shingen bezwingen und die geplante Heirat mit Hideki aufhalten? Als wären die Yakuza und Polizei nicht schon genug Problem, taucht später auch noch Logans alter Feind Omega Red auf. Der Russe ist kein normaler Gegner und hält Wolverine ziemlich auf Trab. Als Shingen mit seiner Tochter und Hideki auch noch auf die Insel Madripoor flüchten hat es Wolverine bald mit einer Armee von Kriegern, Piraten, Schwertkämpfern und dazu noch Monstern zu tun. Klingt nicht nach einem gemütlichen Spaziergang aber Wolverine lässt nicht locker und kämpft weiter für seine große Liebe.

Fazit von MT:

Der 12-teilige Anime Wolverine von Studio Madhouse erzählt eine bereits bekannte Geschichte, die Hollywood Regisseur James Mangold auch als Quelle im nächsten Wolverine Abeneuer "Wolverine: Weg des Kriegers" hernimmt. Der Film aus den USA erscheint hierzulande im Sommer, den 25. Juli 2013, in den Kinos. Abermals sehen wir Schauspieler Hugh Jackman wie er Wolverine reales Leben einhaucht. Wolverine in Japan im Kampf gegen die Yakuza auf der Suche nach seiner großen Liebe Mariko. Der Ursprung kommt aus dem Jahr 1982 in einer vierteiligen Mini-Serie von Chris Claremont und Frank Miller. Natürlich gibt es einige Änderungen zwischen Comic, Anime und kommenden Realfilm aber der Hauptteil bleibt bestehen.

Studio Madhouse ist bekannt für dessen Kooperation mit Marvel und produzierte bereits neben Wolverine auch eine TV-Serie zu X-Men, Iron Man sowie Blade und den Film Iron Man: Rise of Technovore. Die Kämpfe sind die Highlights im Anime und wirken sehr dynamisch, schnell und blutig. Sind diese Animationen nicht auch von Veteran Abe Hisashi, der schon mit Gunslinger Girl, Devil May Cry oder Highlander Erfahrungen sammelte.

Wolverine ist ein geübter Kämpfer und wirkt trotz seiner unglaublichen Fähigkeiten auf keinen Fall Unsterblich. Was ihn so sympathisch macht, ist auch u.a. sein egozentrischer Charakter, seine aufmüpfige Eigenschaft, seine Art niemals aufzugeben und seine Suche nach der großen Liebe. Das so ein Charakter, der stets mit den Vorurteilen eines Mutanten, dem Kampf auf Leben und Tod konfrontiert, dann auch noch Glück in der Liebe haben soll? So etwas kann schlicht und ergreifen einfach nicht gut gehen.

Im Anime wird Logan von Folge zu Folge mit unzähligen Feinden konfrontiert und lernt auch immer mehr neue Charaktere kennen. So tragen die Episodennamen meist den Titel des neuen Charakters. Wo wir zu Beginn Mariko kennen lernen, taucht in Episode 2 die Kämpferin Yukio auf, später der Auftragskiller und Mutant Kikyo oder der Russe Omega Red. Nachdem Wolverine und seine Partnerin Yukio auf die Insel Madripoor landen, lernen wir dort weitere Charaktere wie das Mädchen Min, die Monsterstatue Vadhaka oder Koh kennen. Der Hauptprotagonist bleibt aber nach wie vor Wolverine und das ist auch gut so.

Mit Yukio konnte ich mich bereits beim ersten Auftauchen nicht anfreunden und das ändert sich später leider nicht. Wolverine ist in Wahrheit ein Einzelgänger, ein Rebell der sich allem und jedem widersetzt und das kommt im Anime etwas zu kurz. Bis auf Omega Red, ein alter Bekannter von Wolverine, kratzen die meisten Feinde nur auf der Oberfläche und werden so schnell, wie sie kommen, auch gleich wieder recycelt. Die schwarzgekleideten Untergebenen der Yakuza wirken wie die Klone der Stormtroopers von Star Wars.

Der Zeichenstil ist nicht schlecht und kann sich eindeutig sehen lassen nur wirkt Wolverine auf mich leider etwas zu jung. Wenn man sich die Comics ansieht und an Wolverine denkt, muss dieser einfach alt, bärtig und ein epischer Einzelgänger der Alle niedermetzelt sein. Die deutsche Stimme von Oliver Siebeck (bekannt u.a. von Vegeta aus Dragonball Z), der Logan bzw. Wolverine spricht ist äußerst gut gelungen, wirkt aber leider auch etwas zu alt für diesen doch recht jungen Wolverine. Nachdem Logan im Story Verlauf bereits bei den X-Men ist, hat auch Mutant Cyclops, der Teamleiter der X-Men, einen kurzen Gastauftritt.

Alles in Allem ist der Anime Wolverine eine etwas würzige Suppe mit den positiven Ansätzen der vielen Action, der guten Animation und das Auftauchen von Japan-typischen Samurai Elementen. Die negativen Punkte sind die zu vielen Charaktere, die aufgrund der Länge nur sporadisch beleuchtet werden. Dass Logan sich in einer völlig fremden Welt befindet und sich dort nicht entfalten kann, die etwas seltsame Jagd nach der Frau Mariko, die man gleich in der ersten Folge retten könnte und die anstrengende Yukio die mir einfach nicht gefällt.

Wolverine ist für Actionfans geeignet und vielleicht als kleine Kost für den anstehenden Realfilm. Ein Blockbuster ist der Anime leider nicht aber immerhin hat sich der Regisseur Hiroshi Aoyama und Skriptschreiber Ellis Warren bemüht.