Der Horror-Manga Tokyo Summer of the Dead (jap.: 東京サマーオブザデッド) stammt von dem Zeichner Shiichi Kugura. In Japan lief die Serie von Februar 2011 bis Dezember 2013 im Manga Magazin Comic Rex vom Verlag Ichijinsha und umfasst dabei 4 Sammelbände. Seit Oktober 2013 ist der Manga auch beim deutschen Verlag EMA erhältlich.
Der Alptraum aller japanischen Einwohner wird zur Wirklichkeit. Durch ein rätselhaftes Virus werden die Menschen zu Zombies und attackieren wahllos alles was lebt. Durch einen Biss wird man ebenfalls zum Zombie und so verbreitet sich der tödliche Virus in rasender Geschwindigkeit. Schon bald ist die Zombietitis auch in Tokyo in der Hauptstadt Japans angelangt, wo auch die Hauptcharaktere unserer Geschichte leben.

Es ist ein heißer Sommertag im ruhigen Tokyo. Student Yu Semeya verdient seine Brötchen mit einem netten Nebenjob und zwar durch die Nachhilfe für die hübsche Schülerin Minamori. Neben den täglich geistigen Aufgaben ist Yu heimlich in seine Nachhilfeschülerin verliebt. Als diese Yu neugierig fragt, ob er in den Sommerferien schon etwas geplant hat, zeigt das womöglich Interesse. Zum glücklichen Ausflug sollte es aber nicht mehr kommen, den eine Horde Zombies wartet bereits vor der Türschwelle.

Yu blickt nach links, nach rechts. Überall angsteinflößende Gestalten die nur noch schemenhaft an Menschen erinnern und dazu noch wie wilde Bestien andere Passanten angreifen. Das Blut fließt in Strömen, wie in den typisch amerikanischen Zombiefilmen. Leider ist das alles kein Albtraum sondern Realität. Für Yu heißt es zuerst, seine Liebste zu retten und sich danach zu Hause in der Wohnung verschanzen und darauf warten, bis alles wieder gut wird.

Leider wird nichts besser und Yu sowie Minamori sind durch den Ausfall des Stromes und der unmenschlichen Hitze gezwungen, die Wohnung zu verlassen. Draußen müssen sie um das nackte Überleben kämpfen, da die Zombies immer mehr werden. Bald treffen sie auf andere Überlebende wie zunächst auf ein kleines Mädchen und ein älteres Ehepaar. Immerhin ist man jetzt nicht mehr ganz so alleine, als ein Zombie Biss auf den Arm der älteren Dame sichtbar wird. Kann Yu Semeya trotz seiner eigenen Angst, seine heimliche Liebe beschützen? Was macht man in einer Welt, in der Zombies die Herrschaft an sich reisen?

Fazit von MT:

Tokyo Summer of the Dead fängt schon auf den ersten Seiten im Prolog mit der Zombie Apokalypse an. Gerade noch im Schwimmbad ein bisschen plantschen und im nächsten Moment wird man von einem fremden Mädchen in die Halsschlagader gebissen. Warmes Blut fließt den Körper hinunter und langsam verschwimmt die Umgebung. Am Ende ist es mit dieser Person vorbei und ein weiterer Zombie ist geboren.

Im Manga reicht also ein einziger Biss um das tödliche Virus zu verbreiten, wie man es auch von den bereits bekannten Zombieserien kennt. Inzwischen gibt es hierzulande schon einige gute Zombie Mangas wie z.b. Highschool of the Dead von Shouji Sato und Daisuke Sato oder Resident Evil - Marhawa Desire von Naoki Serizawa. Warum sollte man also zu Tokyo Summer of the Dead greifen?

Vergleicht man Tokyo Summer of the Dead mit der beliebten Serie Highschool of the Dead fällt gleich der andere Zeichenstil und die vor allem zurückgehaltene Freizügigkeit auf. Shiichi Kugura lässt seine Charaktere etwas sittlicher und realer aussehen. Die Zombies hingegen sind ebenfalls total schauerlich und angsteinflößend.

Bei Zombieserien bin ich immer sehr gespannt, wie die Serie ausgeht und vor allem, wie sich die Hauptcharaktere entwickeln. Am Ende des ersten Bandes sind noch viele Fragen offen und ein paar Teile habe ich auch vermisst, die hoffentlich in den nächsten Bänden nachgeholt werden. Leider ist die Serie in 4 Bänden schon wieder abgeschlossen was aber nicht gleich heißen soll, das aus der Story nichts mehr werden kann. Bezüglich Story wird, wie bereits erwähnt, in eine herkömmliche 0815-Zombie Invasion interpretiert. Man weiß weder woher die Ursache kommt, noch wie man sie stoppen kann.

In solchen Werken finde ich ergänzend auch immer die Abstimmung mit dem Blut und die Anzahl der Todesopfer sehr wichtig. Eine Zombieserie in meinen Augen wird richtig gut, wenn man sich mit einer Gruppe von Überlebenden auseinandersetzt die um das nackte Überleben kämpfen. Trotz der ausweglosen Situation hält man an der Hoffnung fest und dann plötzlich das traurige Ende wo alle Sterben oder das gute Ende, wo hoffentlich ein paar Sterben und ein paar Überleben. Emotionen und der Wille der Gruppe sind die Stütze. Solche Dinge sind in Tokyo Summer of the Dead noch auf der Strecke geblieben. Die Serie wirkt an gewissen Stellen etwas monoton und die vorgestellten Charakter sind auch noch sehr befremdet.

Was macht diese Serie aber lesenswert? Es sind unter anderem die realistischen Hintergründe, die nicht nur gut aussehen, sondern auch das Gefühl überliefen, im Zombieausbruch mitten drin zu sein. Der erste Hauptcharakter Yu ist sehr weiblich gezeichnet und das drückt sich auch in seiner etwas ängstlichen Art aus. Minamori ist auf der einen Seite das hübsche, ängstliche Mädchen und auf der anderen Seite hilfsbereit und entschlossen. Die Beziehung zwischen den Zweien ist die erste Haupthandlung des Zombie Szenarios. Das Yu solche Worte wie "Keine Angst Minamori, ich werde dich beschützen" von sich gibt, kann er danach wohl selber nicht fassen. Trotzdem versucht Yu sein bestes, indem er nicht komplett in Panik fällt.

Später im Band passiert ein kompletter Szenenwechsel zu einer Gruppe Schulmädchen. Dieser Part wirkt nicht mehr nach Horror, sondern wie ein komplett anderer Manga. Solch einen plötzlicher Umschwung hätte ich mir nicht gewünscht. Wenn man mit gruseligen Horror anfängt, sollte man auch dabei bleiben.

Die Zeichnungen von Shiichi Kugura sind sehr sauber und klar strukturiert. Somit ist der Manga recht einfach zu lesen und ideal für Neueinsteiger im Bereich Horror Mangas. Durch die kurzen Dialoge ist man leider auch recht schnell am Ende angelangt. Der Manga nimmt mit dem Sprung in die Zombie Invasion und das Auftauchen der ersten Toten sehr schnell Fahrt auf. Das erste Ziel für unsere beiden Überlebungsexperten in spe ist das Suchen eines eventuell existierenden Notlagers in Tokyo. Wo es am hellsten leuchtet, da müssen Retter in der Not sein oder?

Am Ende hin ist nicht nur Tokyo Summer of the Dead eine Sache für sich, sondern das Hauptthema Zombies. Entweder man mag es oder man mag es nicht. Leute, die bisher mit Zombiegeschichten keine Freundschaft schließen konnte, werden es hier auch nicht schaffen und sind eindeutig fehl am Platz. Horrorfans, die nicht nur auf Blut sondern auch auf wo mögliche Romanzen stehen, können gerne einen Blick riskieren. Wer solche Sachen wie Highschool of the Dead gewöhnt ist, wird in Tokyo Summer of the Dead Storymässig etwa gleich bedient, nur sollte man sein Verlangen von Erotik und Fanservice dezent zurückschrauben.

Vielen, lieben Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!