Die Action-Serie Soul Eater Not! (jap.: ソウルイーターノット!) stammt von dem Zeichner Atsushi Ohkubo. Soul Eater Not! ist eine Nebenserie von Soul Eater, die ebenfalls von Atsushi Ohkubo abstammt. In Japan startete die Serie im Jahr 2011 im Manga Magazin Shonen Gangan vom Verlag Square Enix. Die Serie umfasst bisher 3 Sammelbände und ist seit Dezember 2013 beim deutschen Verlag Carlsen Manga! erhältlich. Neben Soul Eater und Soul Eater Not! gibt es noch das Artbook Soul Eater Soul Art und eine 51-teilige Anime Adaption von Bones. Aktuell wird an einer Anime Adaption für Soul Eater Not!, ebenfalls von Bones, gearbeitet.
Soul Eater Not! ist eine Nebenserie von Atsushi Ohkubos Werk Soul Eater. Die Serie bietet nicht nur eine neue Story und eine etwas andere Anpeilung der Shibusen und seinen Schülern. Auch neue Charaktere und vor allem Neuzugänge werden vorgestellt. Darunter auch unsere neue Hauptperson Tsugumi Harudori, die bereits zu Beginn Heldin Maka, bekannt aus Soul Eater, kennen lernt und ihr nacheifert. Für wahr, ähnelt sie sehr ihrem großen Vorbild. Wäre da nicht der Eckpunkt, dass sie kein Meister, sondern eine Waffe ist.

Meister? Waffe? Nein, hier handelt es sich um keinen offensichtlichen Insider für unanständige Praktiken, sondern um die Hauptelemente von Atsushi Ohkubos Serie Soul Eater. Um die Welt vor bösen Menschen, Hexen, verlorenen Seelen oder Dämonen zu beschützen, werden besondere Menschen in Death City an der Shibusen geschult, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren und zum Wohle der Menschheit zu handeln. Unter diesen besonderen Menschen gibt es jene, die sich in eine Waffe verwandeln können und jene, die im Einklang mit der Waffe stehen und sie führen können. An diesem Punkt kommt wieder Protagonisten Tsugumi Harudori ins Spiel, die in diesem Fall eine Waffe in Kinderschuhen ist.

Eine Waffe, die absolut nicht weiß, was auf sie zukommt. Sie hat noch nicht einmal einen Meister aber kein Grund zur Panik, den Anwärter gibt es zur Genüge. Ist Tsugumi eine Vorreiterin der Liebe, wünscht sie sich sehnlichst einen ersten Freund mit ihren jungen 14 Jahren. Es sollte natürlich anders kommen, als es sich Tsugumi erwartet hätte. Statt von Jungs umschwärmt zu werden, wird sie von zwei Mädels umgarnt, die sich um die Gunst ihrer Partnerschaft streiten. Streiten im etwas anderen Sinne, entwickelt sich zwischen den dreien bald eine enge Freundschaft.

Auf der einen Seite entdecken wir die etwas trottelige, leicht vergessliche und unscheinbare Meme und auf der anderen Seite die etwas schnöselige, hübsche und zugleich sportliche Anya. Sofort muss sich Tsugumi nicht entscheiden, wer ihr zukünftiger Meister sein soll. So lernen sich die drei im Mädchenwohnheim, auf dem Campus der Shibusen, im Unterricht oder im Jobben eines Kaffees in Death City näher kennen.

Als am Ende auch noch ein Traitor (Ein starker Kämpfer, der die Kampfschulen anderer Städte besucht und dort den Meister herausfordert und besiegt) Anya angreift, erwachen bei Tsugumi ihre schon längst dagewesenen Zweifel. Kann sie überhaupt eine starke Waffe werden und um Leben und Tod kämpfen? Trotz ihres schwächlichen Körpers und ihrer großen Angst? Vielleicht gibt ihr der zukünftige Meister genügend Motivation und die nötige Aufmunterung? Doch wer soll es sein?!

Meinung von MT:

Soul Eater Not! wirkt auf den ersten Blick wie eine leicht unterhaltsame Action Komödie, wo das weibliche Geschlecht vermehrt in den Vordergrund steht. So versucht Zeichner Atsushi Ohkubo einen gewissen Fanservice und einen Touch von Shojo (für Mädchen) unterzubringen, was aber nicht recht zu ihm passt. Ist diese Serie also nur ein kurzweiliges Lesefutter? Oder verbirgt sich dahinter doch noch eine packende Story?

Die ersten Kapitel des ersten Bandes sind zwar unterhaltsam, jedoch liegt mein großer Anspruch der packenden Hauptserie Soul Eater weit hinter meinen Erwartungen. Es ist durchaus lobenswert, wen ein Mangaka neue Wege ausprobiert aber als ein großer Fan von Soul Eater, ist man mit dieser Serie etwas enttäuscht. Es gibt wenig bis kaum Action und ansonsten irren wir eher im Schatten des Erstgeborenen herum. Der Start der Story von Soul Eater Not! ist holprig und erst am Ende hin kommt Spannung auf sowie der nötige Reiz auch weiterzulesen.

Atsushi Ohkubos Zeichenstil ist sehr eigen und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Ab und zu wirken seine Bilder etwas unüberschaubar wegen der extremen Detail Verliebtheit, andere wiederum sind entweder komplett weiß mit ein paar Strichen oder komplett schwarz. In Soul Eater werden die Spuren des Wahnsinns extrem gut in Szene gesetzt. In Soul Eater Not! ist der Wahnsinn zwar nicht erkennbar aber seine verrückten Ideen sind trotzdem vorhanden.

Mir gefällt der Zeichenstil von Atsushi Ohkubo extrem gut und auch in dieser Serie ist sein Talent in keinster Weise mangelhaft. Auch sehr wichtig sind die vorgestellten Charaktere, die in dieser Serie vorwegs Schülerinnen der Shibusen sind. Tsugumi, Meme und Anya decken die neuen Bereiche ab, die durchaus gut gelungen sind und den Spielraum von Atsushi Ohkubo verrückten Ideen darstellen. Am sonderbarsten ist wohl Meme, die zu Beginn sogar ihren Namen vergisst.

Beim ersten Band von Carlsen Manga! sind mir einige Seiten aufgefallen, die total blass und unscharf wirken. Ist hier etwas beim Druck passiert oder ist das Gewollt? Jedenfalls verwirrt es und hat mich vom Gesamtgeschehen ein paar Mal abgelenkt.

Wenn man die Latte nicht zu hoch legt und auf die vereinzelten Schwächen ein Auge zudrückt, so ist Soul Eater Not! ein unterhaltsam Manga mit einer leicht verständlichen Geschichte. In der Nebenserie haben natürlich auch die bekannten Charaktere aus Soul Eater kurze Gastaufritte.

Obwohl Soul Eater Not! eigentlich ein Spin-off von Soul Eater ist, empfehle ich diesen Manga eher dem Publikum, die Soul Eater noch nicht kennen. So kann man sich schnell einen kurzen Eindruck von Atsushi Ohkubos Zeichenstil machen und sich für die extrem spannende Hauptserie Soul Eater vorbereiten. Wenn einem weniger Action und mehr Komödie zusagt, so ist man bei Soul Eater Not! auch auf dem richtigen Platz.

Soul Eater Not! läuft seit 2011 im japanischen Manga Magazin Monthly Shonen Gangan vom Verlag Square Enix und umfasst bislang drei Bände. Nachdem die Hauptserie Soul Eater mit Band 25 im Dezember 2013 in Japan ihren gekrönten Abschied feierte, konzentriert sich Zeichner Atsushi Ohkubo wieder auf diese Nebenserie, welche eine kurze Pause von ein paar Monaten durchlebte. Aktuell arbeitet Studio Bones an einer Anime Adaption, die im April 2014 im japanischen Fernsehen startet.

Fazit: Mit Soul Eater hat Atsushi Ohkubo vollends ins Schwarze getroffen. Mit Soul Eater Not! eröffnet sich eine neue Serie, die durchaus Potential hat. Der erste Band bleibt jedoch eine leicht unterhaltsame Action Komödie, die stark der Hauptserie hinterherhinkt. Erst gegen Ende des ersten Bandes zeigt sich Soul Eater Not! von seiner positiven Seite. Zusammengefasst ist der Manga ideal für den Einstieg in die interessante Death City und seinen verrückten Schülern an der Shibusen. Nicht nur Shonen Fans und Kenner von Atsushi Ohkubos typischem Humor sind hier richtig.

Vielen, lieben Dank an Carlsen Manga! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!