Nach den ersten 8 Episoden von Shingeki no Kyojin muss ich erst wieder zur Besinnung kommen. Der Anime ist übel emotionsgeladen, extrem brutal und geht direkt ins Herz. Man hat Angst eine Bindung zu einem Charakter aufzubauen, da es sein könnte, dass er im nächsten Moment schon wieder stirbt. Allein die erste Episode, wo am Ende Erens Mutter stirbt hat mich Gefühlsmäßig sehr getroffen. Die Opfer der Titanen werden nicht einfach umgebracht, sie werden gefressen. Gefressen von Wesen die auch ohne Nahrung überleben können!? In dieser Serie sind die Menschen das Kleinvieh und werden von dem Größeren, Stärkeren einfach überrannt. Es gibt keinen Ausweg nur die einzige Hoffnung zu kämpfen und nicht aufzugeben.

Hierbei ist Eren die Person, mit dem größten Hoffnungsschimmer. Der impulsive Recke will unbedingt dem Erkundungsarmeekorps beitreten um seine Mutter zu rächen. Sein Ansporn ist die Vernichtung aller Titanen. Doch kann so ein kleiner Junge, der gerade mal die Ausbildung zum Soldaten hinter sich hat, überhaupt etwas ausrichten?

Obwohl man die Serie mit den Titanen auch dem Genre Fantasy zuordnen könnte, ist sie sehr real dargestellt. Allein mit Mut und Hoffnung kann man in dieser grauenvollen Welt nicht viel ausrichten. Das Leben ist erbarmungslos und kann in nur einem kurzen Augenblick schon wieder vorbei sein. Dies erfahren Eren oder Armin sehr bald, als vor ihren Augen ihre Kameraden einer nach dem anderen stirbt. Als unser Held auch noch schwer verwundet wird bzw. ein Titan ihn verschlingt, fragt man sich zunächst, ob der Anime so schnell endet, wie der zuvor noch 60 Meter Titan aufgetaucht ist. Neben Eren lernen wir auch noch das Mädchen Mikasa näher kennen. Sie wirkt zu Beginn sehr verschlossen und ruhig. Sie passt auf Eren auf und folgt ihn auf Schritt und Tritt. Ihre emotionale Vergangenheit, wie sie beide Elternteile verlor, erfährt man später.

Neben den Zwei ist da auch noch der etwas schmächtige Armin. Er ist der beste Freund von Eren und Mikasa und versucht stets so stark zu werden wie sie. Obwohl er körperlich nicht stark ist, gleicht er dies mit seinem taktischen Verständnis aus. Weitere interessante Charaktere sind die Rekruten des Ausbildungs-Armeekorpses. Dort lernt Eren die unterschiedlichsten Persönlichkeiten kennen.

Die grausamen Titanen werden als kaum unbezwingbar dargestellt. Die größten sind 15 Meter hoch. Trotz der Größe sind sie aber federleicht und so schnell wie ein Pferd. Aufgrund ihrer generativen Fähigkeiten wachsen ihre Körperteile in kürzester Zeit wieder nach. Der einzige Schwachpunkt ist der Nacken. Um diesen Punkt zu erreichen wurde die 3D-Manöver-Ausrüstung konstruiert. Mit einem Motor und Seile fliegen die Soldaten fast in den Lüften, sind wendig und sehr schnell. Als Waffe verwenden sie Doppelschwerter mit austauschbaren Klingen.

Shingeki no Kyojin wirft mit seiner Perversität von Gewalt um sich und bündelt alles in einer visuell, technisch herausragenden Darstellung der Animation. Das Charakter Design u.a. von Satoshi Kadowaki und Kyouji Asano sind eines der Höhepunkte des Spektakels. Durch die enorm hohe Zeichenqualität erinnert die TV-Serie an reguläre Kinofilme. Einfach top! Untermalt wird der Anime mit einem Gänsehaut, starken Soundtrack, der die Emotion und Dramatik perfekt wiederspiegelt. Besonders das Opening von Linked Horizon mit dem Titel Guren no Yumiya ist ein Ohrwurm pur!

Shingeki no Kyojin ist nach dem aktuellen Stand eines meiner absoluten Favoriten und ich übertreibe nicht, wenn ich sage "DAS" TV-Serien Highlight des Jahres 2013! Kein Wunder, dass das Werk im Jahr 2011 den Kodansha Manga Preis in der Kategorie Shonen gewann.