Die Fantasy-Serie Seven Deadly Sins (jap.: 七つの大罪, Nanatsu no Taizai) stammt von dem Zeichner Nakaba Suzuki. Der Manga läuft in Japan seit Oktober 2012 im japanischen Shonen Magazine vom Verlag Kodansha und umfasst bislang 13 Sammelbände. Die Serie ist noch nicht abgeschlossen. Seit April 2015 ist der Manga auch beim deutschen Verlag Carlsen Manga! erhältlich. Eine 24-teilige Anime TV-Serie Adaption feierte die Serie im Oktober 2014 von A-1 Pictures (bekannt unter anderem von Sword Art Online, Blue Exorcist oder Fairy Tail). Neben der regulären Manga-Serie gibt es noch vereinzelte One-Shots und seit August 2014 eine komödische Spin-off-Serie mit dem Titel The Seven Deadly Sins Academy.
Vor 10 Jahren wurde das Land Britannia von sieben Verbrechern heimgesucht, die schnell als die sieben Todsünden – „The Seven Deadly Sins“ bekannt wurden. Mit ihrem Verrat an die Krone, wollten sie den König stürzen und die Menschheit unterwerfen. Zum Glück gab es die heiligen Ritter, die das Böse aufgehalten haben und zu Helden des Landes aufstiegen. Der Kampf um das Schicksal Britannias gehört bereits zur Legende. Heute heißt es, das die sieben Todsünden noch immer leben, im Lande umherstreifen und diese von den Rittern gesucht werden.

Abseits von dem ganzen Trubel steht auf einem Gipfel ein kleines Wirtshaus und zwar das Boar Hat. Der Besitzer ist ein kleiner Junge mit einem kaputten Schwert und einem sprechendem Schwein namens Hawk. Da geht die Tür auf und ein Ritter in rostiger Rüstung wackelt herein. Handelt es sich hier etwa um einen von den sieben Todsünden? Da bricht die fremde Gestalt zusammen und zum Vorschein kommt ein Mädchen. Der Junge mit dem Namen Meliodas versorgt das Mädchen, als schon das nächste Übel hereinbricht. Ritter wollen das Mädchen festnehmen, welche auf der Suche nach den sieben Todsünden ist.

Warum will ein unschuldiges Mädchen die schlimmsten Verbrecher der Geschichte finden und läuft von den Rittern davon? In Wahrheit haben die heiligen Ritter einen Putsch gegen die Krone verübt, den König festgenommen und herrschen nun über das Land mit ihren eisernen Regeln. Das flüchtende Mädchen ist in Wahrheit Elizabeth Liones, die dritte Prinzessin des Königs.

Bevor Elizabeths Suche durch einen gefährlichen Ritter beendet wird, geht der kleine Junge dazwischen und zeigt sein wahres Ich. Hierbei handelt es sich um einen Mitstreiter der Todsünden und zwar des Zorns mit dem Zeichen des Drachen. Er rettet Elizabeth und bietet ihr an, sie bei ihrer Suche nach den anderen sechs zu unterstützen. Dafür muss sie als Kellnerin in seinem Wirtshaus arbeiten. Welche großen Abenteuer werden die Zwei noch bestreiten? Werden sie alle Todsünden finden und noch viel wichtiger: Können sie die wahnsinnigen, heiligen Ritter aufhalten und das Land retten?

Meinung von MT:

In Seven Deadly Sins, im Originalen Nanatsu no Taizai, werden die sieben Todsünden einmal anders herum betrachtet. Zorn, Neid, Hochmut, Habgier, Wollust, Völlerei und Faulheit brachten Chaos über die Welt und verderbten die Menschheit. Verkörpert in sieben außergewöhnlichen Menschen, wollten sie den König stürzen und so das Land unter ihre Kontrolle bringen. Dank den heiligen Rittern wurde das Land gerettet. Doch wie wir alle das Sprichwort bereits kennen: "Es ist nicht alles Gold was glänzt".

Ähnlich wie in der Serie Übel Blatt von Etorouji Shiono, die bei Kaze erscheint, werden hier die wahren Hintergründe vertuscht und das offensichtlich Gute ist im Grunde das Böse. Die Wahrheit kennen nicht viele, nur die innigsten Vertrauten, der gestürzte König oder dessen Tochter Elizabeth. Die Prinzessin tritt bereits zu Beginn auf den Plan und sucht versteckt in einer rostigen Rüstung die sieben, legendären Verbrecher - Die Seven Deadly Sins. Um mit ihrer Stärke den Putsch der heiligen Ritter aufzuhalten.

Somit ist die Prinzessin neben den Seven Deadly Sins ein wichtiger Charakter in Nakaba Suzukis Werk. Das hübsche Mädchen bringt, ähnlich wie aus der Serie Fairy Tail von Hiro Mashima, welche ebenfalls bei Carlsen Manga! erscheint, die Portion weiblichen Charme und Erotik ins Spiel. Ebenfalls zu Beginn lernen wir Meliodas kennen. Ein kleiner, unscheinbarer Junge, der es faustdick hinter den Ohren hat. Trotz seines jugendhaften Aussehens ist er die Todsünde des Zorns und trägt das Zeichen des Drachen auf seinem Oberarm tätowiert. Stets führt er sein drachenähnliches Schwert mit sich, welches trotz gebrochener Klinge ihn im Kampf unterstützt.

Seven Deadly Sins fährt seine Action Geschütze sehr schnell hoch, die Geschichte punktet mit seiner Täuschung von Gut und Böse und bringt mit der Prinzessin und dem nach allem Anschein schwächlichen Jungen die typischen Shonen Elemente ins Spiel, die man schon zu Zeiten aus Dragonball von Akira Toriyama kannte. Besitzt das Werk von Nakaba Suzuki trotzdem Eigenpotential oder wird hier nur eine weitere 0815 Shonenkost serviert, die man zu genüge kennt?

Zunächst sticht der Zeichenstil von Nakaba Suzuki sehr heraus, der sich bekannt anfühlt und dann doch wieder seinen eigenen Stil besitzt. Die Charaktere sind sauber gezeichnet, die Hintergründe sind durchwegs detailliert und die Bösewichte können richtig böse aussehen. Besonderes witzig finde ich das Schwein Hawk, der treue Begleiter von Meliodas. Statt einer sprechenden Katze wie Happy aus Fairy Tail, findet man hier ein sprechendes Schwein. Eine recht skurrile Idee, die die wichtige Portion Humor im triften Königreich platziert.

Die Kämpfe zwischen den Untertanen der heiligen Ritter und unseren Helden sind sehr dynamisch sowie teils übertrieben in Szene gesetzt. Bereits im ersten Kampf schwingt ein böser Ritter seine Klinge und halbiert dabei die Hälfte der Bäume im Wald – Normale, physische Kräfte kennt der Zeichner also nicht, was aber typisch Shonen ist und im Laufe der Serie zu einem wichtigen Bestandteil zusammenwächst.

Hinzu kommen der Humor à la Schwein das Reden kann und der Faktor Erotik mit der Prinzessin. Meliodas ist ein kleiner Grapscher und betatscht öfters Elizabeths Brüste. Jene Szenen werden aber nicht übertrieben dargestellt und heitern nur die Stimmung etwas auf. Abseits vom dunklen Zeichenstil in Übel Blatt, wo Extremitäten herumfliegen und das Blut wie wild spritzt, ist man hier eher wie in einer Nachbarswelt von Fairy Tail oder One Piece aufgehoben. Der Hauptheld wirkt mit seinem jugendlichen Aussehen sehr freundlich und die Zeichnungen sind sehr hell, schön übersichtlich und stimmig. Die Kämpfe sind nicht extrem brutal aber auch nicht zu zimperlich, um trotzdem das Band zwischen Leben und Tod zu erkennen.

Am Ende bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte und die Charaktere entwickeln. Da in Japan mittlerweile der 13. Band erschien und der nächste im April 2015 erscheint, konnte die Serie zumindest die Leser im Land der aufgehenden Sonne überzeugen. Dort läuft die Serie seit Oktober 2012 im Weekly Shōnen Magazine vom Verlag Kodansha. Seit dem 5. Oktober 2014 läuft in Japan auch eine Anime Adaption in Form einer TV-Serie, die von A-1 Pictures (bekannt unter anderem von Sword Art Online, Blue Exorcist oder Fairy Tail) produziert wurde.

Fazit: Wer keine Lust mehr auf Magier hat, das mysteriöse One Piece innerlich schon gefunden hat und genügend Ninjutsus ausprobierte, der kann mit Seven Deadly Sins von Nakaba Suzuki in eine Mittelalterliche Welt voller Ritter mit ihren Helden und den dazugehörigen Bösewichten eintauchen. Action, Abenteuer, Humor, Erotik - Alles, was das Shonenherz schneller schlagen lässt findet man auch hier. Das große Ziel unserer Helden ist vor Augen aber der Weg ist noch steinig und weit. Der Zeichenstil überzeugt mit seinem Mix aus Einfachheit, Dynamik und Detailreichtum. Die Hauptcharaktere sind von Beginn an sympathisch und interessant. Durch das jugendliche Aussehen von Meliodas werden bestimmt auch jüngere Leser angesprochen. Die Story scheint zunächst nicht besonders, man sollte sich aber nicht täuschen lassen. In Japan hat die Serie bereits eine sehr große Fangemeinde - Der Titel landete 2014 auf den neunten Platz der meistverkauften Manga Sammelbände mit über 4.6 Millionen Kopien. Zudem wurde Seven Deadly Sins 2014 für den Manga Taishō Award und als bester Jugendcomic auf dem 42. Angoulême Internationalem Comic Festival in Frankreich nominiert. Seit April 2015 können auch deutsche Leser in die Welt von Meliodas, seinem Schwein Hawk und Elizabeth Liones eintauchen. Für ein paar abenteuerliche Stunden ist auf alle Fälle gesorgt!

Vielen, lieben Dank an Carlsen Manga! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!