Das Nintendo 3DS Spiel Project X Zone (プロジェクト クロスゾーン) wurde von dem japanischen Studio Banpresto sowie Monolith Soft entwickelt und vertrieben von Namco Bandai Games. Das Spiel erschien zuerst in Japan am 11. Oktober 2012. In Nordamerika wurde es am 25. Juni 2013 und Europa am 05. Juli 2013 veröffentlicht. Das Strategie Rollenspiel ist ein Crossover der Spiele Firmen Sega, Capcom und Namco Bandai Games.
Chris Redfield und Jill Valentine aus Resident Evil, Ryu und Ken aus Street Fighter, Jin und Ling aus Tekken, Dante aus Devil May Cry oder Kite und Black Rose aus .hack. Jeder Spieler hat in seinem Leben bestimmt schon mal von einem dieser bekannten Spielcharaktere gehört. Wenn nicht, dann hat man in dem neuesten Nintendo 3DS Spiel mit dem Namen Project X Zone die Möglichkeit, diese näher kennenzulernen. Oder sollte man die Charaktere bereits kennen, um in den vollen Genuss dieses Spieles zu kommen?

Die drei renommierten Spiele Firmen Sega, Capcom und Namco Bandai Games arbeiteten gemeinsam an diesem großen Crossover-Projekt. Man würfelte alle bunt gemischten Charaktere aus dem Genre Survival Horror, Beat 'em Up, Action oder Rollenspiel zusammen und entwickelte von den Firmen Banpresto sowie Monolith Soft ein taktisches Rollenspiel, ähnlich wie Final Fantasy Tactics oder Fire Emblem: Awakening. 2005 kamen japanische Spieler bereits in den Genuss eines Crossovers mit dem Spiel Namco X Capcom. Nun haben auch europäische Spieler durch die hiesige Lokalisierung die Möglichkeit, ein fast schon japan-only Game zu genießen. Vorweg die Fragen, die wir uns stellen: Ist solch eine bunte Zusammenstellung wirklich gut? Kommt so ein, doch sehr Japan eigentümliches, Spiel auch bei uns gut an? Oder ist am Ende die Suppe doch versalzen?

Bevor wir uns näher mit dem Spiel befassen, kann man anhand der Beschreibung am hinteren Cover herauslesen, dass viel geboten wird, was das Herz kurz schneller schlagen lässt: "Über 50 Charaktere aus 29 bekannten Spieleklassikern! ", "Stelle dein eigenes Team zusammen und stürze dich in den Kampf!", "Das einzigartige taktische Gameplay ermöglicht dir verheerende Angriffe!" und "Mit exklusiven Anime-Sequenzen!" Solch Sätze klingen schon fast zu gut um wahr zu sein.

Nach dem Start des Spieles fallen gleich das schicke Anime Opening und die stimmige Musik auf. Zudem gibt es die originalgetreue, japanische Sprachausgabe mit englischem Bildschirmtext. Also gibt es, wie beim Nintendo 3DS Spiel Tales of the Abyss, leider keine deutschen Texte.

Hinter der Geschichte von Project X Zone darf man sich keine epische Story wie z.b. von Fire Emblem: Awakening erwarten. Es verbirgt sich eher ein klassisches Zeitreisespektakel. Durch einen ominösen Portalstein wird eine Reise durch die vielen Dimensionen ermöglicht. Am Ende vereint diese Reise nicht nur die unterschiedlichsten Helden, sondern auch die bösen Streitmächte. Nun gilt es gemeinsam im Team dieser Katastrophe zu beugen und das Böse aufzuhalten, welche die Kontrolle der Dimensionen an sich reisen wollen.

Durch diese nette Randinformation hat man wenigstens einen guten Grund, die bösen Buben zu verhauen. Für wahr ist die Story etwas schwach auf der Brust und man hätte diese doch etwas mehr ausarbeiten können, wie man es aus vielen anderen Spielehits von Sega, Capcom oder Namco Bandai Games kennt. Besonders in einem doch recht betonten Rollenspiel hätte ich mir eine tiefere Geschichte gewünscht.

Wie bereits erwähnt ist Project X Zone ein Strategie Rollenspiel. Gespielt wird daher abwechselnd in Runden, wobei man bei seinem Zug immer eine bestimme Anzahl von Charakteren auf einer schachbrettartigen Spielwelt steuert. Diese Charaktere vereinen sich in den sogenannten Pair oder Solo Units (Einheiten). Normalerweise kämpft man immer im Team bestehend aus zwei bestimmten Charakteren. Hier haben wir z.b. X und Zero von Mega Man, Ichirō Ōgami und Sakura von Sakura Wars oder KOS-MOS und T-elos von Xenosaga. Die Solo Unit kann dem Team im Kampf beistehen. Hier haben wir die etwas unbekannteren Charaktere wie z.b. Arthur von Ghosts 'n Goblins, Imca von Valkyria Chronicles III oder Flynn Scifo von Tales of Vesperia.

Durch das niederstrecken der Feinden erhalten wir nützliche Items, Ausrüstung und Erfahrungspunkte. Solch lebenswichtiges Material wie Ausrüstung kann man außerhalb der Missionen nicht kaufen. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als auf seine besonderen Spezialfähigkeiten zurück zu greifen und diese hat jeder Charakter schon lange drauf. Gerade im Kampfmodus gegen Feinde zeigt Project X Zone das durchwachsende, ausgeklügelte System.

Im Battle teilt man seine gewählten Attacken, durch das Drücken der Buttons, aus und steckt auch ab und zu die Attacken der Gegner ein. Mit ein bisschen Übung und gekonntes Timing ist man auf dem richtigen Weg zum Sieg. Während des Kampfes wird am Bildschirmrand ein Balken aufgefüllt. Wenn dieser 100% erreicht, kann man einen Spezialangriff wählen, der unser Team vereint und nicht nur den 3DS mit tollen Effekten überhäuft, sondern auch enorm viel Schaden austeilt.

Die Einheiten werden auf der Spielwelt als sehr liebevoll gestaltete Spirits dargestellt und die hin und wieder kostbaren Anime-Sequenzen untermalen das Gesamtpacket. Die Grafik überzeugt vorweg im Kampf mit den atemberaubenden Effekten. Ansonsten erinnert mich die Grafik hin und wieder an damalige Nintendo DS Spiele. Man erkennt, dass die Priorität nicht in der Grafik selbst, sondern in der Spielmechanik steckt. Der Sound ist sehr gut gelungen. Jeder Charakter hat die erkennbaren Stimmen, falls man sie aus dem japanischen Original kennt.

Die Sprechdialoge sind meist sehr witzig und die Hintergrundmusik ist fetzig und stimmig. Eine intensive Story ist zwar nicht vorhanden, dafür gibt es die allseits wichtigen Szenen bzw. Sprechdialoge der einzelnen Charaktere. Diese sind sehr gut gestaltet, versprühen viel Witz, Charme und vor allem Fanservice. Die Damen Oberweite u.a. von Morrigan Aensland aus Darkstalkers, T-Elos aus Xenosaga oder Kaguya aus Endless Frontier wurde im Spiel sehr opulent dargestellt, sollte sie jemand aus dem Original Spiel kennen. Die Texte sind sehr unterhaltsam und verleihen jedem Charakter seine ganz besondere Persönlichkeit.

Fazit von MT:

Sega, Capcom oder Namco Bandai Games könnte man fast als die Urgetiere der Spielwelt bezeichnen. Seit den ersten Konsolen sind die Spielhersteller nicht mehr weg zu denken und produzieren jährlich eine immens große Anzahl an Hitkandidaten. Neben den unterschiedlichsten Titeln trennen die besonderen Charaktere im Spiel die Spreu vom Weizen. Somit ist es nicht wunderlich, dass die Anzahl der Charaktere auf eine unglaubliche Zahl empor steigt. Im Spiel Project X Zone kommen über 300(!) Charaktere vor.

Diese alle zu kennen, könnte sogar einen Teilnehmer bei "Wetten, dass..? " in die Enge treiben. In dieser Zahl stecken natürlich nicht nur bekannte Europa bzw. Amerika lizenzierte Spiele, sondern auch viel unbekanntes und japan-only Stuff. Wer kennt z.b. Sakura Wars und Space Channel 5 von Sega, Cyberbots und Rival Schools von Capcom oder Super Robot Wars: Original Generations und Valkyrie no Bōken: Toki no Kagi Densetsu von Namco Bandai? Am Ende beschränkt sich die Zahl der spielbaren Charaktere aber auf ein Drittel was dem Spielfluss recht gut tut.

Ob man nun einen Großteil der Charaktere kennen sollte, um das Spiel in voller Länge zu genießen, ist für mich schwer zu sagen. Ich bin mit solch Spiele groß geworden und kenne somit eine Vielzahl von Charakteren deren Story, Eigenschaften und besondere Techniken. Wenn Ryu und Ken aus Street Fighter ihr Hadouken kombinieren oder Dante aus Devil May Cry mit seinem riesen Schwert und Pistolen attackiert. Ich denke aber, dass viele Käufer zumindest die bekannteren Gesichter kennen, da Project X Zone nun mal kein Mainstream Titel ist.

Ich finde die japanische Sprachausgabe sehr gut und vermisse daher keine englische oder sogar deutsche Tonspur. Vielleicht hätte man noch die Texte verdeutschen können aber da die Story alles andere als komplex ist und die Dialoge Sinngemäß einfach zu verstehen sind, kommt man mit nur leichten Kenntnissen der Sprache weiter. Das Tutorial am Anfang passt gut ins Spiel und veranschaulicht nochmal das intensive Kampfgeschehen. Das Herz des Spiels ist neben den unzähligen Charakteren ganz klar der Kampfmodus und die einsetzbaren Fähigkeiten der Charaktere. Zu Beginn ist das Kämpfen noch etwas holprig oder konfus aber bis zum Ende hin hat man noch genügend Übungsmaterial. Das Spiel soll ja auch eine Spieldauer von 40-50 Stunden beinhalten.

Am Ende bin ich mit der Gesamtausgabe durchwegs zufrieden. Meine positiven Punkte sind ganz klar die tollen Charaktere, der Kampfmodus, die coolen Anime Sequenzen, die japanische Sprachausgabe und die recht witzig gehaltenen Dialoge. Abzüge gibt es in der Geschichte und Tiefe, der etwas schwachen Grafik, der leichte Schwierigkeitsgrad und die nicht vorhandenen Texte in Deutsch. Fans der bekanntesten Serien von Sega, Capcom oder Namco Bandai Games finden an Project X Zone sicher gefallen, solange man auf das Genre Strategie Rollenspiel mit einem Hauch von Beat 'em Up steht. Wer noch unschlüssig ist, sollte auf alle Fälle die zwei Demos im eShop ausprobieren!

Vielen, lieben Dank an Namco Bandai Games Europe für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!