Manga (漫画, Hiragana: まんが, Katakana: マンガ) heißt übersetzt soviel wie unzuverlässige Bilder und werden in Japan Comics genannt. In Japan, und nun auch schon bei uns, sind sie unglaublich beliebt und stellen dort die größte Anzahl an Magazinen, Heften und Büchern dar. Der Ursprung einer Manga-Serie wiederspiegelt sich in den Manga Magazine. In Japan werden diese aufgrund der immens hohen Druckauflage von sehr niedriger Druckqualität hergestellt und meist auch komplett in Schwarz-weiß. Der Vorteil dabei ist der niedrige Preis sowie die hohe Anzahl der Seiten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Magazine öfters so dick wie Telefonbücher sind.

In den Magazinen werden mehrere Manga-Serien von unterschiedlichen Mangaka (Autoren) gedruckt. Meist beschränkt sich ein Magazinverlag dabei auf ein Genre. So baut z.b der Verlag Shueisha viel auf Shōnen (für Jungen) auf, mit viel Action und Fantasy. Ein anderer Verlag greift nur auf das Genre Shojo (für Mädchen) zurück. Weiters gibts es für jene ab 18 den Begriff Seinen (erwachsene Männer) sowie Josei (erwachsene Frauen). Mangas in Verbindung mit Sexszenen werden als Hentai bezeichnet.

Die Magazine erscheinen entweder Wöchentlich (Weekly), Zweiwöchentlich (Bi-weekly), Monatlich (Monthly), Zweimal im Monat (Twice A Month) oder pro Quartal (Quarterly). Der Verlag Shueisha gehört mit seinem Weekly Shōnen Jump (mit den bekannten Serien One Piece, Toriko oder Naruto) zu den meist verkauften Magazinen ganz Japans. Weitere bekannte Magazine sind vom Verlag Kodansha das Weekly Shōnen Magazin (mit den bekannten Serien Fairy Tail, Code:Breaker oder Air Gear), vom Verlag Shogakukan das Weekly Shōnen Sunday (mit den bekannten Serien Magi, Defense Devil oder Detective Conan).

Bi-weekly erscheint z.b. vom Verlag Hakusensha das Young Animal (mit den bekannten Serien Berserk, Umi no Misaki oder Futari Ecchi (Manga Love Story)), Monthly erscheint z.b. vom Verlag ASCII Media Works das Comic Dengeki Daioh (mit den bekannten Serien Shakugan no Shana, Tengen Toppa Gurren Lagann oder Gunslinger Girl) und Twice A Month erscheint z.b. vom Verlag Square Enix das Young Gangan (mit den bekannten Serien Star Driver, Arakawa Under the Bridge oder Darker than Black).

Diese Art der Magazine werden in Japan auch Tomabukan genannt und von der breiten Schicht der Gesellschaft fast überall gelesen. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule. Wenn eine neue Serie eines Magazins bei der Bevölkerung gut ankommt, wird diese später auch in den bekannten Sammelbänden abgedruckt, welche wir kennen. Diese Sammelbänder werden in Japan als Tankobon bezeichnet und sind im Gegensatz zu den Magazinen von hoher Qualität. Zudem besitzen sie öfters auf den ersten paar Seiten Farbszenen, ansonsten ist der Rest auch in schwarz-weiß. Gelesen wird der Manga von hinten nach vorne. Auch die Bilder auf jeder Seite und die Sprechblasen innerhalb der Bilder werden von rechts oben nach links unten gelesen. Wie beim Anime ist der Markt des Mangas enorm. Es gibt für jede Altersgruppe und Geschmack den passenden Manga.

Mangas spielen im kulturellen Mainstream Japans seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle. Heute machen sie auch im Westen viele Leute süchtig. Ihr Einfluss zeigt sich nicht nur bei Comiczeichnern, sondern auch in Werbung, Film und anderen Kreativberufen. Woher aber kommt diese ungeheure Popularität? Warum werden in Japan allwöchentlich Mangas mit Auflagen in Millionenhöhe verschlungen? Wie es natürlich viele Mangaka gibt, gibt es noch mehr Serien. Diese werden meist in Schwarz-Weiß veröffentlicht. Es kommt auch häufig vor, das die ersten paar Seiten in Farbe sind. Wenn aber bei einen Manga wirklich alles in Farbe ist, dann handelt es sich entweder um eine besondere Serie, Special, oder ein Anime Comic!

Mangas sind meist mit vielen Bänden zusammengeknüpft, wo der Leser in jeder Ausgabe, neue Abenteuer, neue Charaktere, Geheimnisse und vieles mehr entdeckt. Verglichen mit der Comicszene in anderen Ländern, haben Mangas nicht nur sehr viel höhere Auflagenzahlen, sondern sind auch sehr viel einflussreicher. Viele Manga-Magazine (Bei uns bekannt: BANZAI!, Daisuki, Mangapower, etc.) erreichen wöchentlich mehrere Millionen Leser, während ein Comic in westlichen Ländern (bekannte Verläge sind Marvel, DC, Cliffhanger, etc.) vielleicht in einem Jahr eine vergleichbare Leserschaft erreicht.

Die Taschenbuchausgaben können 50, 70 oder mehr Bände umfassen, jeder mit hunderten von Seiten. Die Popularität bei den Lesern sowie deren Reaktionen haben dabei einen großen Einfluss auf die Länge der Serie. In Japan findet man Mangas an jeder Straßenecke. Sie werden in Zeitungsständen, Einkaufszentren, convenience stores und vor allem natürlich in Buchhandlungen verkauft. Das heißt man darf sich nicht wundern, wenn man in Japan ein Geschäft entdeckt, welches oft eine ganze Etage auschließlich Mangas widmen.

Dort kann man zu den beliebtesten Serien auch Artbooks und luxuriösere Hardccover-Editionen erwerben. Mangas haben sich nicht nur an japanischer Kultur orientiert, sondern sie sind seit Jahrzehnten ein Teil der ganzen Welt und dienen in vielen Kreativbereichen als Inspirationsquelle, so zum Beispiel im Anime, dem japanischen Zeichentrickfilm, in der Werbung, im Film und in den visuellen Künsten. Für viele berühmte Anime- und Filmregisseure, wie z.B. Hayao Miyazaki, stellten Mangas einen wichtigen Schritt in ihrer Karriere dar.

Bekannte Verläge hierzulande sind Carlsen, Egmont Manga und Anime (EMA), Tokyopop, Planet Manga und Kazé.