Das Nintendo 3DS Spiel HomeTown Story (jap.: ホームタウンストーリー) wurde von Toybox Inc. entwickelt und vertrieben von Natsume, Rising Star Games sowie Koch Media. Die Lebenssimulation stammt vom Harvest Moon Vater Yasuhiro Wada, wo man in die Rolle eines Bauers schlüft. Diesmal verkörpert man einen Verkäufer, kauft und verkauft neue Ware und baut seinen Laden aus. Das Charakterdesign stammt aus der Feder der Pokémon Veteranin Atsuko Nishida und die Musik kommt von Nobuo Uematsu, bekannt aus Final Fantasy. Das Spiel erschien in Japan im Dezember 2013, in Nordamerika im Oktober 2013 und zuletzt in Europa im Mai 2014.
Yasuhiro Wada, der Vater von Harvest Moon, lässt uns zum ersten Mal kein Bauer sein, sondern ein richtiger Verkäufer. Kommen wir mit dieser neuen Position zu Recht oder hängen wir den Job gleich wieder an den Nagel?

Omi ist nicht mehr da und hat uns einen kleinen Ramschladen hinterlassen. Dieser liegt in einem stillen Örtchen, wo die moderne Technik, Abgase und Musiklärm fremd sind. Leider ist auch in Omis Laden nicht viel los und ob wir diesen nun zu neuer Größe verhelfen können, liegt ganz an unseren neu erlernten Fähigkeiten eines waschechten Verkäufers.

Bevor wir ins kunterbunte Geschehen eintauchen, haben wir noch die Qual der Wahl eines selbst erstellten Charakters. Viel Auswahl gibt es leider nicht und beschränkt sich auf die wichtigsten Punkte wie Geschlecht, Körperfarbe, Haare, Augenfarbe, Haarfarbe und drei Klamotten.

In Omis Laden lernen wir unseren zukünftigen Begleiter Pochikal kennen. Das liebenswerte Wesen hilft uns zunächst beim einrichten unseres Ladens und gibt uns in Zukunft noch weitere Tipps sowie schlagkräftige Kommentare. Beim Einrichten unseres Ladens können wir selbst entscheiden, wo wir die Tische hinstellen und pro Tisch eine Ware abstellen. Leider ist unser Platz noch sehr beschränkt und auch die Auswahl an Ware ist sehr bedürftig. Somit wird es Zeit, Omis Laden neuen Pep zu geben. Wir brauchen zunächst das nötige Moss um den Laden zu erweitern und dafür die nötige Ware, die bei den Kunden beliebt ist.

Wie man es aus Harvest Moon kennt, werden auch in HomeTown Story die Tage gezählt. Wenn wir also in unserem heimlichen Laden im hinteren Zimmer zu Bett gehen, können wir uns nicht nur umziehen, sondern auch schlafen mit speichern oder ohne speichern. Danach beginnt gleich der nächste Tag pünktlich um 6:00 Uhr. Als ein frischgebackener Verkäufer müssen wir bald auf den Füßen sein, um den Laden wiederum pünktlich um 6:00 Uhr öffnen zu können.

Nach ein paar Tage einleben wird es Zeit, die Umgebung zu untersuchen. HomeTown Story ist dabei in Abschnitten untergliedert. Neben den Platz „Dein Laden“ gibt es noch im Westen „Blumenhügel“, „Strand“, „Wasserfall“, „Geheimer Wald“. Im Norden finden wir „Dorfplatz“, „Fischerplatz“, „Schrein“. Im Osten „Dorfstraße“, „Flussufer“, „Scheuchenplatz“, „Berggipfel“, „Aussichtshügel“ und last but not least im Süden „Milleniumsbaum“. Klingt zunächst nach sehr viel erforschen und entdecken. Leider wird einem sehr schnell klar, dass HomeTown Story absolut kein großes Städtchen ist und man von der Bewegung her sehr eingeschränkt ist.

Die wichtigsten Punkte auf der Karte sind zu Beginn die Plätze zum Angeln, wo wir unterschiedliche Fischarten finden können und die Wälder mit hoffentlich frischen Pilzen, Obst sowie Unkraut. Ja kein Apple oder Windows, sondern wichtige Dinge zum Überleben. So wird auch Unkraut verkauft und ist sogar ein ganz großer Renner bei den Einheimischen.

Die Dorfbewohner und ihr Bürgermeister Koyote begrüßen uns recht herzlich und schon bald finden wir einige gute Freunde, die uns mit ihren Fähigkeiten unterstützen. Die Zwillinge Lac und Luc sind z.B. Schmiede und produzieren nicht nur Äxte oder Sicheln, die wir weiterverkaufen können, sondern auch unseren Laden vergrößern. Die Dame Kanon mit ihrer Tochter Anna und ihrem Sohn Herbie besitzt ein Restaurant was alles andere als gut läuft. Deshalb kaufen wir ihre Ware und verkaufen diese mit unserem Charme weiter. Wichtig beim verkaufen ist immer der bestimmte Preis. Es darf nicht zu billig sein, sonst machen wir Verlust und auch nicht zu teuer, sonst kauft niemand etwas.

Recht schnell lernen wir weitere Charaktere kennen, die mit netten Zwischensequenzen oder Aufgaben bestimmte Ware zu verkaufen, die dringend nötige Abwechslung im Spiel geben. Leider ist diese Abwechslung die größte Schwäche des gesamten Spiels. Nach 15 Stunden Spielzeit macht man immer noch das Gleiche wie nach 20 Minuten. Trotzdem ist diese simple Spielmechanik – Die man bereits bei Harvest Moon kennt – das ständige Kaufen/Verkaufen und Importieren/Exportieren neuer Ware sehr suchterregend.

Leider legt uns das Spiel in Punkto Abwechslung weitere Steine in den Weg. Wenn etwa Kanon in unseren Laden stürmt und von uns Farbe sowie ein Holzbrett verlangt. Wo steht dann diese „Mission“? – nirgends. Wir müssen uns alle benötigten Materialien merken oder auf die Tipps/Hinweise im Internet zurückgreifen.

Das Charakterdesign von Atsuko Nishida ist sehr nett geworden nur der Rest eher enttäuschend. Im Leben von HomeTown Story ist nicht nur die Bevölkerungsrate sehr niedrig, sondern auch die Umgebung. Die Kamerafahrt ist, bis auf die Sicht im Laden, katastrophal. Die Kamera ist viel zu nah an unserem Charakter und fliegt absolut fragwürdig umher. Da fragt man sich schon, ob die Entwickler es so absichtlich programmiert haben, damit man nicht viel sehen kann, weil es leider nichts zu sehen gibt? Ohne die Map im unteren Bildschirm würde ich wohl immer noch den Weg nach Hause abklopfen, wie ein Blinder ohne Krückstock.

Die Musik von Nobuo Uematsu klingt sehr schön und vor allem nicht nervig, wenn sich die gleichen Tracks immer wieder wiederholen. Die Steuerung geht sehr leicht von der Hand, schwächelt aber beim schnellen wechseln der Ware. Ein weiterer Minuspunkt ist die Übersicht der gesammelten Materialien. Nach über 100 Gegenständen verliert man sehr schnell den Überblick.

Was mich persönlich am meisten gestört hat, ist die Instabilität des Spiels. Wie bereits erwähnt, spiele ich HomeTown Story nun gut 15 Stunden. In dieser Zeit verfing sich mein Charakter zweimal in einer Endlosschleife – Resetten – Leider ein paar Tage verloren. Dann war plötzlich das Bild schwarz nach dem Wechsel der Umgebung. Am Ende gab es sogar noch Fehler in der Grafik und mein Laden löste sich plötzlich in Luft auf. Dies ist wirklich sehr traurig und treibt den Spielspaß gehörig nach unten. Da hilft leider auch nicht die tolle Bemühung von Koch Media, die jede Textpassage ins Deutsche übersetzten, wenn es schon Probleme beim Entwickler Toybox gibt. Diese Fehler haben wohl auch mehrere Endkunden und man kann mit dem drücken des Home-Buttons vom Nintendo 3DS das Problem umgehen. Bei mir half meist nur ein kompletter Reset des Gerätes.

Positive Aspekte:

Negative Aspekte: Fazit: Das Spiel HomeTown Story hat durchaus eine positive Seite, die leider mit vielen Mängeln und Schwächen für Frust und Langeweile sorgen. Das monotone Spielprinzip wird nicht jedem zusagen, auch wenn man versucht, eine Abwechslung mit den vielen Charakteren zu schaffen. Ich liebte damals den ersten Harvest Moon Teil auf dem Super Nintendo und auf der PlayStation. Die endlosen Erweiterungen der erfolgreichen Reihe waren leider nie mein Fall und auch wenn Nintendo mit Super Mario, Zelda, etc. das gleiche Spiel abzieht, so bittet Harvest Moon für mich persönlich zu wenig Neues. Mit HomeTown Story war ich sehr gespannt, einmal die Sicht eines Verkäufers zu sehen. Leider ist HomeTown Story kein Hay Day, dass sehr bekannte App für Smartphones und vor allem auch kein Harvest Moon! Mich hat das Spiel leider nicht sehr begeistern können. Wer aber ein ruhiges Spiel ohne besondere Anforderungen sucht, oder als großer Fan der Harvest Moon-Reihe einmal Verkäufer spielen will, der kann gerne zugreifen.

Vielen, lieben Dank an Koch Media für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!