Die Komödie Dog & Scissors (jap.: 犬とハサミは使いよう, Inu to Hasami wa Tsukaiyou) stammt von Kamon Obha (Zeichnungen) und Shunsuke Sarai (Story). Der Manga lief von Mai 2012 bis März 2014 im Manga Magazin Shonen Ace vom Verlag Kadokawa Shoten und umfasst insgesamt 4 Bände. Auch wenn man sich bei dem Titel des Mangas Dog & Scissors erst einmal fragt, um was es hier überhaupt gehen soll, so weckt er doch ein gewisses Interesse, gerade weil man wissen will, was "Scheren" und ein "Hund" miteinander zu tun haben. Seit 2011 gibt es das Werk von Shunsuke Sarai und Kamon Ooba als Light Novel unter dem Originaltitel Inu to Hasami wa Tsukaiyo schon in Japan. Dort erschienen bereits zehn Bände und drei weitere Kurzgeschichten. Im Jahr 2013 brachte Studio Gonzo eine Animeserie in zwölf Episoden heraus, auch hier ist dieser eher unter dem Original Titel Inu to Hasami wa Tsukaiyo bekannt. Hierzulande ist der erste Band des Mangas seit April 2015, bei Egmont Manga erhältlich, sodass auch wir in den Genuss des Wechselspiels zwischen Scheren und Hunden kommen können.
Der Protagonist Kazuhito Harumi ist geradezu besessen von Büchern und kann sich ohne diese gar kein wertvolles Leben vorstellen. Zu jeder Zeit erkundigt er sich bei seiner Lieblingsbuchhandlung „Honda Bücher“ nach neuer Literatur, kauft sich regelmäßig viele Bücher und genießt diese am liebsten in seinem Stammcafé Sonne. Scheinbar gibt es für ihn nur die Bücherwelt. Besonders bewundert er den Autor Shinobu Akiyama. Kaum ist das neueste Buch von Shinobu erschienen liegt es beim Buchhändler seines Vertrauens, dem sympathischen Occhan, auch schon auf der Ladentheke.

Doch an jenem schicksalhaften Tag, als Harumi im Café Sonne einen neuen Roman liest und die Zeit dabei völlig vergessen hat, bemerkt er, dass ihm sein Portemonnaie entwendet worden ist. Kurz darauf wird er Zeuge eines Überfalls. Doch das ist noch nicht alles, denn als er dann auch noch bemerkt, dass ein unschuldiges Mädchen hinter ihm sitzt, beschließt Kazuhito Harumi kurzerhand den Beschützer zu spielen und stürzt sich auf den bewaffneten Täter. Dieser fühlt sich natürlich bedroht und erschießt den Held der Geschichte. Doch das kann noch nicht das Ende sein, oder?

Nein! Als Kazuhito bemerkt, dass er sich auf dem Weg ins Jenseits befindet, realisiert der Junge, dass er das aktuelle Werk seines Idols noch nicht zu Ende gelesen hat. Voller Willenskraft, die Veröffentlichung des Romans doch noch zu erleben, kämpft sich der Schüler zurück und wacht als Hund in einer Tierhandlung auf. Erst noch nicht so ganz ahnend, in welcher Gestalt er sich nun befindet, erfährt er jedoch kurz darauf, in welcher neuen Lage er sich befindet. Erschüttert über sein neues Dasein und die Tatsache, dass er nun noch schwieriger an Bücher herankommt oder diese vielleicht nie wieder lesen kann, ruft Kazuhito nach Shinobu Akiyama, was der freundliche Tierhändler, den Kazuhito aufgrund seiner Frisur "Afro" nennt, nur als Bellen wahrnimmt.

Aber dann erscheint seine Heldin doch noch und es scheint tatsächlich sein großes Idol zu sein. Sie bewirft den Hund mit einer Schere und will ihn mit zu sich nach Hause nehmen. Trotz des Einwands von „Afro“ und dem sich Beschwerenden Kazuhito, setzt sie sich durch. Die Unbekannte möchte von dem Hund erfahren, warum sie seine Gedanken hören kann, denn sie versteht noch nicht so recht, warum gerade sie „geplagt“ wird und das zur Not auch durch Folter oder Schnitten, wie sie ihm oftmals androht. Dabei macht die Scherenliebhaberin ihm bis ins kleinste Detail klar, wie sie ihn mit ihren Schnitten misshandeln könnte. Kazuhito, der aufgrund der Morddrohungen seinem zweiten Ende entgegenblickt, denkt an den Überfall, an den sich auch die Masochistin Akiyama erinnert, da sie diejenige war, die durch Kazuhito gerettet wurde. Nur mit dem Unterschied, dass sie den Vorfall als gar nicht so bedrohlich wahrgenommen hat.

Als er Kirihime, die wie sich herausstellt unter dem Pseudonym Shinobu Akiyama Romane schreibt, von seiner Leidenschaft erzählt, offenbart diese ihm ihr wahres Ich. Ab diesem Zeitpunkt verehrt der als Hund Wiedergeborene die sadistische Autorin auf eine gewisse Art und Weise und es entsteht eine noch undeutliche Verbindung zwischen den Beiden. Nicht zuletzt, weil sich Kazuhito, als Leser, und Akiyama, die Autorin wunderbar ergänzen. Aufgrund ihrer gemeinsamen Vergangenheit bei dem Überfall im Café Sonne und der Tatsache, dass Kazuhitos Mörder immer noch frei herumläuft, beschließt das ungleiche Paar den Täter aufzuspüren und sich jeder auf seine Weise an ihm zu rächen. Der Weg führt zunächst in Kazuhitos alte Wohnung, wo sofort begonnen wird, nach Hinweisen zu suchen. Doch werden sie hier auf die nötigen Antworten und Hinweise stoßen, um Harumis Mörder zu stellen?

Meinung von goldymia3:

Wenn man den Manga in den Händen hält, fällt einem sofort auf, dass bereits auf dem Cover Kazuhito als Hund und nicht als Mensch dargestellt wird. Lustiger weise steht er auf einem Stapel von Büchern und auf dem Schild um seinen Hals steht als Berufsbezeichnung Leser. Hier finde ich, ist das Design wirklich gut gelungen, denn wenn man die ersten Seiten aufschlägt, stellt man fest, dass der Manga vier Farbseiten bereithält, die sowohl unseren Hund Harumi, als auch die Protagonistin Kirihime Natsuno (Shinobu Akiyama) zeigen. Wenn man den ersten Band durchgelesen hat, wird man bemerken, dass die Farbseiten, genauso wie das Cover, sehr gut zu der Geschichte passen.

Was dem Leser des Mangas Dog & Scissors schon am Anfang klar wird ist, dass es in dieser einzigartigen Welt nicht ganz so normal zugeht, wie in anderen. Beginnend bei unserem Helden, der total süchtig nach dem Lesen ist und wirklich alles und jeden ausblendet, sobald er ein Buch aufgeschlagen hat. Ebenso Kirihime, die mit ihren Ausrastern, typisch für den Charakterzug einer Tsundere, Scherenattacken und der sadistischen Persönlichkeit immer wieder für Action und für ein rasantes Auf und Ab sorgt.

Trotzdem passen beide Charaktere irgendwie zusammen, was allein schon durch die Verbindung zwischen Leser und Autor deutlich wird. Die Beziehung der Beiden muss sich also noch im Laufe der Zeit ausgiebig entwickeln und man wird schätzungsweise erst recht spät erfahren, was nun aus den Helden letztendlich wird. Ein Paar, Freundschaft oder doch nur eine kurze Begegnung für ein Abenteuer?

Bisher begegnen sie sich auf einer Art Hassliebe-Ebene, doch das muss jetzt noch lange nichts heißen. Ganz klar ist allerdings, dass der Humor von Dog & Scissors ein ganz eigener und recht schräger und wirklich schwarzer ist. Immer wieder werden bei den sadistischen Androhungen Kirihimes verpixelte Bilder im Manga gezeigt, wie zum Beispiel, als sie ihm sagt, dass er vielleicht als Schauhund einer Autopsie endet. Als Leser sollte man also auch gegenüber merkwürdigen Persönlichkeiten nicht abgeneigt sein, da die absurden Vorstellungen von Kirihime schon etwas verstörend wirken können und man manchmal schon fast an Tierquälerei denken muss.

Doch alles in allem macht es einfach nur Spaß den Manga zu lesen, denn wie wir alle wissen, haben Japaner immer einen leichten Hang zur Übertreibung. Zum Zeichenstil ist zu sagen, dass er sehr angenehm ist und ich die Art mag, weil sie nicht zu realistisch ist und den typischen Mangastil beibehält, um immer wieder für kleine Lacher zu sorgen. Die Schriftsetzung im Manga wirkt nicht allzu sehr überladen. Nach der regulären Geschichte von Band 1 findet man noch ein Nachwort und Kommentare von Shunsuke Sarai.

Fazit: In Dog & Scissors, Band 1 wird der Beginn eines kuriosen Zusammentreffens zweier völlig unterschiedlicher Charaktere erzählt. Der zweite Band soll Anfang Juli weiterhin bei Egmont Manga erscheinen. Sowohl der Manga als auch der Anime sorgen immer wieder für Verrückte und manchmal etwas sonderbare Lacher. Ich bin gespannt, wie die Geschichte Harumis weitergeht.

Vielen, lieben Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!