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Interview zu Masashi Kishimotos Werk Mario

14.05.2013 | 21:28:20 Uhr von MT 0 Kommentare Manga Stuff
Anlässlich der Premiere zum One-Shot von Naruto Zeichner Masashi Kishimoto, veröffentlichte das Manga Magazin Jump Square (SQ) vom Verlag Shueisha auch ein spannendes Interview. Hier werden interessante Standpunkte aus der Sicht von Masashi Kishimoto erläutert. Übersetzt hab ich das Interview aus dem Englischen von uzumanga.com! Den kompletten One-Shot Mario findet ihr HIER!

F (Frage): Sie entwarfen Mario bereits vor Naruto und es ist eines Ihrer unveröffentlichten Werke. Wann zeichneten Sie dieses Projekt genau?
M (Masashi Kishimoto): Es war vor ca. 15 Jahren also schätzungsweise im Jahre 1998. Das war bevor Naruto an den Start ging. Zu dieser Zeit hatte ich auch nur Skizzen.

F: Mario hat komplett andere Facetten im Gegensatz zu Naruto und Karakuri! (NOTIZ: Karakuri war Kishimotos erstes Werk aus dem Jahr 1995. Dadurch erhielt er von der Weekly Shonen Jump ein Jahr später den begehrten „Hop Step Award“ für junge Manga-Künstler. Zwei Jahr später wurde die Serie Karakuri wegen der schwachen Leser Umfrage gestoppt und Naruto ging an den Start!) Was dachten Sie dabei, als Sie diese Story schrieben?
M: Vor meinem Debüt reichte ich beim Manga Magazin Weekly Shonen Jump des Verlages Shueisha unterschiedliche Manuskripte ein, die aber nicht passten. Zu dieser Zeit dachte ich bereits, dass meine anderen Geschichten zu einem reinen Shonen (NOTIZ: Für Kinder bzw. Jugendliche unter 16 Jahren) Magazin nicht geeignet sind. Ich entschied mich, einen Manga für ein Seinen ((NOTIZ: Für Jugendliche bzw. Erwachsene ab 16 oder 18 Jahren) Magazin zu zeichnen und so entstand die Rohfassung von Mario.

F: Also sollte Mario gar nicht für das Weekly Shonen Jump gedacht sein?
M: Anstelle für das Weekly Shonen Jump schrieb ich die Story für ein Seinen Magazin. Ich glaube es war das Super Jump. (NOTIZ: Das Bi-Weekly Super Jump (SJ) war ein Seinen Magazin vom Verlag Shueisha, welches im Jahr 1986 startete. Die letzte Ausgabe erschien im Jahr 2011. Danach wechselten die aktuellen Serien zum Magazin Grand Jump). Die Serie konnte im Weekly Shonen Jump deshalb nicht erscheinen, weil der Manga eher für die ältere Leserschaft gedacht wäre. Nachdem ich wusste, dass der Manga nicht im Weekly Shonen Jump laufen könnte, informierte ich aber den Chefredakteur nicht. Ich erzählte es absolut keinem und zeichnete also im geheimen. Ich liebte es zu zeichnen und die Story auszuarbeiten ohne an Dinge wie Seitenabzüge oder Dialogänderungen der Redaktion zu denken. So wurde die ursprüngliche Seitenanzahl schon fast lächerlich.

F: Wie viele Seiten leicht?
M: Nun. Damals, vor langer Zeit, sprach ich in einem Naruto Band von etwa über 160 Seiten aber ich übertrieb ein bisschen. Später hab ich es nochmals überprüft und es waren am Ende nur 130 Seiten. (lacht) Sie haben mir gesagt, ich kann tun was ich will, also wenn dieses Projekt 130 Seiten lang ist, hab ich das Gefühl, es mit noch weiteren 40 Seiten zu ergänzen. (lacht) Nur damals sagte ich bereits, dass es über 160 Seiten sind aber in Wahrheit 130, also hab ich gelogen.

F: Nach 15 Jahren feiert der Schatz also Premiere! Das Manuskript für Mario war damals zurückgestellt und Sie begannen mit der Serie Naruto. Sensei (NOTIZ: Sensei bedeutet Lehrer/Meister bzw. in diesem Fall Autor) Kishimoto, würde es Ihnen etwas ausmachen, ein wenig zu erzählen, was in dieser Zeit passierte?
M: Während dieser Zeit, überlegte ich mir den Übergang vom Shonen zu einem Seinen Magazin. Eine Zeit lang konnte ich während den Arbeiten an Mario auch keine Skizzen für das Weekly Shonen Jump zeichnen. So war ich gerade dabei, dass Manuskript für Mario zu zeichnen als der Chefredakteur mich anrief. Er sagte mir, dass ich in letzter Zeit keine Skizzen einreiche und fragte, was los sei. Ich erzählte ihm die Wahrheit, dass ich einen Wechsel vom Weekly Shonen Jump zum Super Jump überlege. Dass ich gerade ein Manuskript für einen Manga zeichne, der zu einem Seinen Magazin passt. Da sagte er mir, er würde gerne einen Blick auf das Manuskript werfen. Natürlich ist es komisch, dass ich in letzter Zeit keine Skizzen für das Weekly Shonen Jump zeichnete und ich dachte, er könnte mir ein Feedback zu meiner momentanen Arbeit geben. Also gewährte ich ihm einen Blick auf das Manuskript.

F: Was sagte er dazu?
M: Am Ende kam er zu dem Punkt, dass ich diese Art von Manga erst dann zeichnen soll, wenn ich älter bin. Momentan soll ich, solange ich noch jung bin, einen Manga zeichnen, der für ein Shonen Magazin passt. Am Ende überzeugte er mich, einen neuen Shonen Manga zu zeichnen. Also machte ich mich an die Arbeit, Naruto entstand für die Weekly Shonen Jump und das Manuskript für Mario wurde zurückgestellt.

F: Basierend auf den Kommentaren, welche in den Jump Comics der Naruto Bände veröffentlicht wurden, scheint Mario ein sehr zuversichtlicher bzw. toller Manga zu sein.
M: Damals, in den jungen Jahren, prahlte ich sehr mit meiner Arbeit. Ich hätte damals nie daran gedacht, dass das Werk jemals veröffentlicht wurde, also schrieb ich Kommentare wie "Der beste Manga, den ich bisher gemacht habe" Wenn der Manga es jedoch nie in die Öffentlichkeit schafft, wusste meine Leserschaft, dass der Manga doch nicht so großartig ist. Nun hat das Manga Magazin Jump Square (SQ), ebenfalls vom Verlag Shueisha, es geschafft, den Manga zu veröffentlichen. Ich realisierte erst jetzt, dass ich die Latte ziemlich hoch gestellt habe und war deshalb sehr nervös. (lacht) Das ist jetzt wirklich beschämend zu sagen aber damals war ich eben noch grün hinter den Ohren. Also geht bitte sanft mit mir um.

F: Warum dachten Sie, dass es jetzt nach 15 Jahren Zeit ist, Mario der Welt zu offenbaren?
M: Weil mein Redakteur, der für mich bei Mario und Naruto zuständig ist, den Chefredakteur der SQ Herrn Yahagi fragte. Letztes Jahr war die Eröffnung des Naruto Films, für den ich auch arbeitete. Nach der Premiere hatten wir ein gewöhnliches Abendessen, wo ich Herrn Yahagi kennenlernte. Während des Abendessens kam er zu mir und sagte, er wolle von mir ein One-Shot in der SQ veröffentlichen. Ich gestehe, dass das Abendessen nicht nach der Film Premiere war und nicht Herrn Yahagi kam zu mir mit der Bitte, sondern ich war derjenige, der diesen One-Shot machen wollte! (lacht)

F: Nach dieser Anfrage wurde dies auch gleich zugestimmt und Sie begannen mit den Arbeiten?
M: Herr Yahagi war lange Zeit ein Kollege meines ersten Redakteurs. Yahagi schuldete ihm einiges also konnte er gar nicht anders. (lacht)

F: Für der alten Zeiten willen. Haben Sie noch ein paar Gedankengänge von Ihrer Arbeit mit Ihrem damaligen, ersten Redakteur?
M: Das ist jetzt wirklich verdammt lange her aber ich kann mich noch gut an ein paar Momente erinnern. Damals hatten wir ein Geschäftstreffen über ein paar Skizzen und ich erinnere mich, dass ich ein paar Notizen auf dasselbe Stück Papier kritzelte. Eine andere Zeit diskutierten wir über das Chunin Examen von Naruto wo Korrekturen am Manuskript vorgenommen wurden.

F: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Rohfassung und der Version in der SQ!? Sie mussten ja einiges abändern und die große Seitenanzahl von 130 Seiten wesentlich kürzen oder?
M: Tja, dass könnte jetzt wie eine Entschuldigung klingen aber als ich Mario zeichnete, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass der Manga in einem Magazin abgedruckt wird. Also dachte ich mir, dass ich zeichnen könnte, was ich will und so wuchs die Seitenanzahl natürlich viel zu hoch. Mit insgesamt 130 Seiten passte das Gesamtpaket nicht ins Magazin also entschied ich mich, es auf 49 Seiten zu kürzen. Hätte ich damals wirklich 160 Seiten gezeichnet, wäre es jetzt perfekt (lacht) (NOTIZ: Etwa eine Anspielung auf einen Einzelband?) Hätte ich aber noch zusätzlich 30 Seiten zeichnen müssen, hätte ich wahrscheinlich nicht genug Zeit gehabt.

F: Jetzt fühlt es sich fast wie ein Remake an. Wie Sie die neue Version zeichneten, hatten Sie dabei mehr Schwierigkeiten als damals?
M: Es fühlte sich definitiv an, wie wen ich in der Vergangenheit wäre. Trotzdem war es, wie wenn man einen One-Shot komplett neu zeichnet, da die Skizzen unvollständig waren. Ich zeichnete die Skizzen doch schon vor einer lange Zeit, so war es sehr schwierig einzelne Stellen zu schneiden. Da ich damals beim Zeichnen des Manuskripts viel Spaß hatte, war ich auch sehr traurig, einzelne Parts zu komprimieren bzw. komplett wegzulassen. Vom Aufbau her musste ich auch etwas verändern, da es sonst etwas Amateurhaft wirkte. Alles in allem nehme ich meine große Prahlerei des Mangas zurück und entschuldige mich aufrichtig.

F: Wie viel Zeit benötigten Sie bei der Arbeit?
M: Eigentlich war die Zeit, die ich für Mario benötigte, nicht zu umfangreich. Auch wenn das Zeichnen des Mangas schon eine Weile her war, dachte ich mir die ganze Zeit, dass ich es tun muss. Wenn du zu lange brauchst, hast du keine Zeit mehr. Als dann die Deadline immer näher rückte, wurde ich immer hektischer.

F: Was waren die größten Änderungen oder Korrekturen in Bezug auf die Story und Illustrationen?
M: Zunächst entfernte ich die Schutzbrille, die man von Naruto kennt. Danach änderte ich das Charakter Design ein bisschen. In der Rohfassung fuhr Mario auf einem Roller. In der SQ Version wurde daraus ein Auto. Die Umgebung erhielt auch ein bisschen Feinabstimmung.

F: Könnten Sie mit uns, nach so langer Zeit, ein paar Ihrer Gedanken teilen, die Sie beim Neuzeichnen der Illustrationen hatten?
M: Ich denke ich war in der Lage, die Illustrationen sauberer und besser lesbarer zu zeichnen, als damals. Natürlich beeinflusst auch der aktuelle Standpunkt, dass ich bereits seit mehr als 10 Jahren mit Naruto beschäftigt bin. Ich wurde auch gebeten, eine Illustration in Farbe zu zeichnen. Also nahm ich eine alte Skizze her und verpasste dieser einen neuen Anstrich. (NOTIZ: Den Vergleich sehr ihr am Ende des Interviews!) Ich hoffe, die Leute haben Spaß, die zwei Zeichnungen zu vergleichen. Den Hintergrund, den ich im Original noch selber zeichnete, erledigte diesmal ein Assistent von mir. Ein paar kleine Details passierten auch bei Mario und zwar seine Zigarette und sein Ring. In der Rohfassung hatte er zudem noch Bandagen, welche die Wunde an der linken Seite der Stirn abdecken. Die Bandagen fehlen in der SQ Version komplett. Die Rohfassung hatte diesbezüglich eine kurze Nebenhandlung, wie Mario zu dieser Verletzung kam. Auch dies wurde für die SQ Version entfernt. Die Narbe, welche man immer noch sieht, ist also ein Relikt aus der Rohfassung. Die endgültige Entstehung der Narbe bleibt also bei mir.

F: Hatten Sie damals eine schwierige Zeit, als Sie die Rohfassung zeichneten?
M: Zu der Zeit war mir die Seitenanzahl egal und ich zeichnete, was mir gefiel. Zusammengefasst hatte ich keine Sorgen. Ich war in einem glücklichen Ort: Waffen, Auftragsmörder. Lauter cooles, "old school" Zeugs was ich so liebe. Ich sah mir auch schon viele Filme mit Schießereien an.

F: Was gefällt Ihnen am meisten bei diesen Filmen mit Schießereien?
M: Ich mag die Art, wie sie die Waffe benutzen und handhaben. Zum Beispiel bewegt sich der Hammer (Schlagstück) vor jeder Schussabgabe. So ist der Hammer meist das Satzzeichen, das in den kurzen Momenten zwischengeschaltet wird. Das kann man sehr gut in Filmen sehen. Ich hab mich schon immer gewundert, wie es möglich ist, so etwas in einen Manga zu verfrachten. Ich dachte, es wäre interessant, diese Art von Schießereien eines Tages in einem Manga zu verwenden. Allerdings ist es ziemlich schwer, diese Art von Schießereien ohne viele Seiten zu zeichnen. Das war ein wenig enttäuschend.

F: Sind Sie vertraut mit Dingen, wie die Komponenten von Feuerwaffen?
M: Ich mag das Design von Waffen und hab schon ein paar Modelle studiert aber sonst keine Nachforschungen wie ein Enthusiast angestellt. Ich bin wirklich nicht daran interessiert in Sachen wie, wann bzw. von wem wurden sie hergestellt oder welche Kugel ist für welche Generation. Das heißt, ich bin mehr interessiert, wenn Waffen in der Umgebung sind, wie die Stimmung in Mafia oder Yakuza Filmen. In dem Mafia Zeug gibt es immer große Schießereien und Dinge wie Familie, Romantik oder die nuancierte Darstellung der Gespräche mit seinen Mitmenschen. Das sind die Arten von dramatischen Momenten, welche ich so schätze und liebe.

F: Spielt Mario wirklich in New York!? Bei der ersten Illustration sieht man im Hintergrund viele Wolkenkratzer. Also basiert der Stil von Mario irgendwo aus Übersee?
M: Zunächst ist die Welt, welche man sieht, wirklich New York in Amerika. Natürlich wird die Welt zur Gänze nicht richtig dargestellt, da dafür zu wenig Nachforschungen fehlten aber ich denke es ist fair zu sagen, dass die Stadt ein fiktives Doppel von New York ist. Die Gebäude, welche aus der Rohfassung stammten, hatten alle meinen eigenen Ursprung. In der Version der SQ, wollte ich die Gebäude anhand von Fotos mehr Realismus verschaffen aber es wären zu viele Gebäude gewesen und zu viele Gedankengänge um diese zu zeichnen also ließ ich alles unverändert. Wenn man jetzt den Manga anschaut, sieht man ein paar seltsame Orte. Dies sind dann die Orte, die mich an meine Rohfassung erinnern.

F: Abschließend für diejenigen, die nach diesem Interview die Mario Version der SQ lesen. Könnten Sie noch ein paar Mario Highlights erwähnen?
M: Aus der Sicht der Leser, entdeckt man beim Lesen sicher starke Ähnlichkeiten mit Naruto. Aber Mario ist dennoch ein Manga, geschaffen für ein Seinen Magazin. Es versprüht eine völlig andere Atmosphäre und ich hoffe wirklich, dass die Kommentare so aussehen wie "Das ist nicht das Gleiche, was man vom alten Masashi Kishimoto kennt". Ich gestehe, ich hab wirklich Angst vor den Bewertungen. (lacht)

F: Neben Mario, haben Sie noch andere unveröffentlichte Werke auf der Sparflamme?
M: Ich glaube nicht! Selbst wenn ich welche hätte, würde ich es nicht zugeben, weil die Erwartungen zu sehr steigen würden. (lacht) Ich frage mich oft selbst "Was will ich zeichnen?" und es stoppt wenn ich darauf antworte "Was ist am interessantesten." Wenn ich eine weitere Gelegenheit bekommen, werde ich es im geheimen zeichnen und das Geheimnis lüften, wenn ich denke, dass es fertig ist. Wenn die Zeit gekommen ist, hoffe ich, dass es jeder lesen wird.

F: Dann werden wir nach vorne schauen bis zu den Worten: "Es ist Zeit, dass Geheimnis zu lüften." Vielen Dank Herr Masashi Kishimoto!

Neben dem Interview sieht man zwei Bilder von Masashi Kishimotos Werk Mario. Das Linke stammt aus der Rohfassung vor 15 Jahren und das Rechte aus der Version der SQ:
Interview

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