Das Nintendo 3DS Spiel Bravely Second (jap.: ブレイブリーセカンド エンドレイヤー, Bravely Second: End Layer) wurde von Square Enix bzw. Silicon Studio entwickelt und vertrieben von Nintendo. Das Rollenspiel ist die Fortsetzung von Bravely Default, welches in Japan im April 2015 erschien. Hierzulande ist das RPG seit dem 26. Februar 2016 überall erhältlich.
Gut zwei Jahre ist es schon wieder her, als wir Europäer erstmals in den Genuss des erstklassigen Rollenspiels Bravely Default von Square Enix und Silicon Studio für den Nintendo 3DS bzw. Nintendo 2DS kamen. Wo sich die Japaner schon im Oktober 2012 vom anspruchsvollen Spiel überzeugen konnten, mussten wir sehnlichst auf einen deutschsprachigen Release warten. Immerhin kam nach zwei Jahren Wartezeit endlich das Spiel nach Europa und dann auch gleich in der etwas überarbeiteten Version Bravely Default: For the Sequel. Hat sich das Warten gelohnt? Von mir ein definitives Ja!

Heute liegt vor uns der nächste Teil mit dem Titel Bravely Second: End Layer. Schon damals, konnte Bravely Default sehr viele Spieler begeistern. Man spielte wie aus einem Gemälde heraus mit bezaubernden Charakteren. Das Jobsystem war einmalig, die Spielmechanik oder die harmonische Musik waren äußerst gelungen. Bis zum Schluss fieberte man mit unserem 19-jährigen Tiz Arrior, der jungen Priesterin Agnes Oblige und den weiteren Gefährten. Ob der zweite Teil an diesen durchwegs großen Erfolg anknüpfen oder ihn sogar überholen kann?

Bereits zu Beginn von Bravely Second: End Layer sei gesagt: Auch Neueinsteiger können damit starten, da man in die Rolle von neuen Helden aus Luxendarc schlüpft. Kenner vom ersten Teil werden aber viel Bekanntes wiedererleben. Das Spiel startet mit einem kurzen Rückblick, was im ersten Teil geschah. Kurz darauf beginnt die höchst dramatische Einleitung - Die Päpstin Agnes Oblige und ihre engsten Verbündeten werden von dem bösen Kaiser Verheer überfallen. Am Ende wird Agnes entführt und unser Held Yew Geneolgia kann nichts unternehmen. Indes erscheint am Himmel die riesige Himmelsfestung vom Kaiser, bereit den Ort Eternia zu bombardieren.

Wir sind in Form von Yew natürlich fest entschlossen, die drohende Gefahr aufzuhalten und die Päpstin zu befreien. Zur Hilfe stehen uns zwei Freunde von Yew und zwar Nikolai Nikolanikov sowie Janne Angard, mit der wir die Vereinigung der Drei Kavaliere bilden. Nichts ahnend, dass Janne ein Verräter ist und Nikolai seinen Verletzungen unterliegt, müssen wir am Ende alleine zu dieser gefährlichen Reise antreten. Da man bereits im ersten Teil Bravely Default nicht lange alleine reiste, gesellen sich auch bei Bravely Second schnell zwei treue Gefährten hinzu. Diese sind zum einen Edea Lee, die Tochter des Großmarschalls von Eternia (Wiederum bekannt aus dem ersten Teil) oder zum anderen die Bewohnerin des Mondes, Magnolia Arch.

In Bravely Second reist man erneut ganz klassisch über eine große Weltkarte. Anfangs gelangt man zu Fuß von einem Ort zum Nächsten. Später überquert man auch das Meer und macht den Himmel unsicher. Als 3-Mann/Frau Truppe bereist ihr in ganz Luxendarc viele aufregende Orte. Hier haben wir zum Beispiel die Wüstenmetropole Ancheim, das Land der Blüten Florem oder das asiatisch angehauchte Yunohana. Neben diesen vielen, unterschiedlichen Orten müssen auch düstere Dungeons bewältigt werden, welche man später erneut besuchen kann. Nützlich, um auch wirklich alle Geheimnisse zu entdecken.

Eines der vielen Besonderheiten von Bravely Default war damals die grafische Leistung. Die Orte wurden bezaubernd gestaltet und die niedlichen Charaktere überzeugten im positiven Sinne mit ihrem Charme. Auch im neuen Teil ist der Punkt Grafik mit dem Mix aus 3D und 2D kaum von anderen Spielen einzuholen. Man erkennt die große Liebe im Detail. Jeder Ort hat seine eigene Identität und motiviert zum Spielen, noch mehr zu Erblicken. Hier tiefe Wüsten, da arktische Winterlandschaften, dort glühende Lavaströme. Einzig die Reise auf der Weltkarte ist ernüchternd. Hier hätte man eventuell mehr rausholen können.

Eine weitere Besonderheit ist der Kampfmodus in Verbindung mit den unterschiedlichen Jobklassen. Stolze 30 Berufe kann man im Lande Luxendarc erlernen. Statt jahrelang die Schulbank zu drücken, muss man im Spiel sogenannte Asteriske finden, die euch den Zugang zu bestimmten Jobs gewähren. Die Asteriske sind im ganzen Land verstreut und nicht immer im Story Verlauf zu finden. So dienen die Nebenquests nicht nur dazu, die Spielzeit zu erhöhen oder mehr von Luxendarc und seinen Bewohnern kennen zu lernen, sondern auch die heiß umworbenen Asteriske zu finden.

Neben bekannten Jobklassen wie Schwertmeister, Ninja, Walküre, Magier oder Pirat lockern witzige Berufe wie Katzenbeschwörer, Performer oder Patissier das Gemüt auf. Jeder aus der Truppe kann alle Jobs erlernen. Das x-beliebige Wechseln zu bekannten oder neuen Jobs motiviert unheimlich und zeigt die Erfahrung der Entwickler. Das Äußere unserer Helden ändert sich, je nachdem welchen Job wir gerade ausführen und dort punktet wieder die Grafikpracht. Auch die Animationen im Kampf sind sehr vielfältig und gut gelungen. Bei speziellen Fähigkeiten wird gezeigt, was man kann. So erscheint am 3DS Bildschirm ein großes Feuerwerk an visuellen Effekten - Awesome!

Vom Kampfsystem her hat sich im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls nicht viel geändert. hier wurden die besonderen Funktionen Brave und Default mit Bravely Second erweitert. In den rundenbasierenden Kämpfen kann man mit Brave mehrere Züge auf einmal absolvieren - Doch Vorsicht: Nach einem zusätzlichen Zug muss eine Runde ausgesetzt werden. Mit Default wird Verteidigt um später mit doppelten oder dreifachen Angriffsintervallen einzuheizen. Bravely Second hält sogar die Zeit an à la Prince of Persia. Durch diese netten Features hebt sich das Kampfsystem vom klassischen RPG etwas ab und vermittelt hin und wieder taktische Spielzüge. Zusätzlich kann man dank dem Anhänger von Agnes Freunde über Streetpass bzw. das Internet rufen, die einem helfen.

Die richtige Strategie kann man u.a. in den unzähligen Dungeons bis zur Perfektion erlernen. Dort tauchen unterschiedliche Horden von Gegnern per Zufallsprinzip auf. Wenn man keine Lust zum Kämpfen hat, kann man sogar die Gegner-Häufigkeit regulieren. Dabei bleiben jedoch Erfahrung und nützliche Items auf der Strecke. Spätestens bei den ersten Bossen sind Erfahrungspunkte und Items sehr wichtig. Das gleiche Spiel in der umgekehrten Reihenfolge: Möchte man schnell leveln, kann man nach einem gewonnenen Kampf direkt mit dem nächsten beginnen.

Etwas Abwechslung im Spielverlauf bringt Bravely Second mit dem Aufbau von Magnolia, welches von einem Ungeheuer verwüstet wurde. Mit Hilfe von Arbeitern kann man die Häuser wieder aufbauen. Dadurch erhält man nützliche Items wie Tränke oder Ausrüstungen. Diese Aufbausimulation kannte man schon aus dem ersten Teil mit Norende.

Ein weiteres Highlight ist die fantastische Musik von Yoshida Akihiko, der schon im ersten Teil sein Können unter Beweis stellte. Ein packender, melodischer und gleichzeitig sehr harmonischer Soundtrack bekommen wir hier zu hören. Zum Spielen sollte man also unbedingt die Lautstärke vom Lautsprecher hochdrehen oder lieber Kopfhörer verwenden.

Positive Aspekte:

Negative Aspekte: Fazit: Ich liebte Bravely Default. Die Grafik, die Musik, die Charaktere, die unzähligen Jobs, die vorgestellte Welt - Es passte einfach alles für ein ausgezeichnetes Rollenspiel, was einem Stunden, Tage, bzw. Wochen fesselt. Mit Bravely Second: End Layer bleibt der Entwickler seinem Prinzip treu und versüßt das Spiel mit neuen Charakteren, einer neuen Story und hier und da einigen Abwechslungen. Ich bin wieder in der Vergangenheit angelangt und darf erneut die bezaubernde Welt von Luxendarc erkunden. Die Spielsequenzen sind toll gemacht und die Dialoge richtig witzig, spannend und dramatisch zugleich – Auch wenn die Lippensynchronisation nicht immer passt. Die Story entfaltet im Laufe des Spiels ihr großes Potential und man erfährt einige Beweggründe der vorgestellten Charaktere. Besonders erfreulich: Die Sprache kann man in Englisch oder Japanisch einstellen und dazu gibt es deutsche Untertitel. Bravely Second: End Layer ist, wie man es von Square Enix kennt, ein ausgezeichnetes Rollenspiel à la Final Fantasy, welches für angehende Rollenspielfans in keiner 3DS Sammlung fehlen darf.

Vielen, lieben Dank an Nintendo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!