Der Horror-Manga Bloody Maiden (jap.: BLOODY MAIDEN 十三鬼の島) stammt vom Zeichner Sutarou Hanao und Autor Kikuhiko Taida. In Japan lief die Serie im Jahr 2010 im Magazin Dragon Ace vom Verlag Kadokawa und umfasst insgesamt zwei Sammelbände. Seit Oktober 2013 ist der Manga auch beim deutschen Verlag Kazé erhältlich.
Zwölf hübsche Mädchen in Begleitung einer genauso hübschen Tutorin sind auf dem Weg zu einer einsamen Insel, die mitten im Meer liegt. Wieso wollen sie dort hin? Zum einen als spannendes Sommerlager, zum anderen dient es als Trainingscamp für ihren Naginata Schulclub. Trotz des gruseligen Titels „Insel der 13 Dämonen“ und der Schauergeschichten von Suzuka Koizumi, auch genannt als Kozumin, lassen sich die anderen Mädchen nicht beirren. Doch dies sollte schon bald der größte Fehler ihres Lebens sein. Denn was dort auf sie wartet, gut versteckt in der Dunkelheit, ist alles andere als normal. Beim ersten Schritt auf dieser Insel ist ihr Schicksal besiegelt und der Horrortrip nimmt seinen Lauf.

Bloody Maiden© Sutarou Hanao, Kikuhiko Taida, Kadokawa, Kazé
Alle 12 Mädchen + Tutorin auf einem Bild. Die Zahl sollte schon bald reduziert werden!

Es waren einst Seepiraten, dessen gefürchteter Ruf durch ihre große Brutalität und Grausamkeit, sich wie ein gelegtes Feuer schnell verbreitete. Im 16 Jahrhundert wurde die Kitoshu Bande zunehmend gefährlicher und das Militär musste etwas gegen diese Räuber und Mörder unternehmen. So konnte man diese Halunken durch einen gut geplanten Hinterhalt auf einer Insel eliminieren. Dreizehn von ihnen leisteten bis zuletzt Widerstand. Doch auch sie ereilte das unausweichliche Schicksal des Galgens. Seit jeher gibt es immer noch gruselige Geschichten über diese Bande und auch noch ihre Insel, die als Versteck diente. An die Erinnerung der damaligen Zeit: Die Insel der 13 Dämonen.

Das Lied der Seepiraten:
Dämon eins und zwei, die keuchen über aufgeschlitzten Bäuchen…
Dämon drei und vier genießen, fremde Körper aufzuspießen…
Dämon fünf und sechs, sie darben nach den abgerissnen Armen…
Dämon sieben, Dämon acht, um die Beine dich gebracht…
Dämon neun und Dämon zehn sehn den Skalp im Winde wehn.
Dämon Nummer Elf ist dran, reißt dir raus die Zunge dann…
Dämon Nummer zwölf, oh Graus, sticht dir deine Augen aus…
Und Dämon Nummer 13 hackt dir zum Schluss den Schädel ab…
13 Dämonen gingen von Deck…
Sind auf dieser Insel versteckt

Auf der Insel angelangt, werden die Mädchen von einem Arbeiter begrüßt. Dieser erwähnt, dass es hier keinen Empfang gibt. Notfalls nur auf Glück, bei der höchsten Spitze beim Windkraftwerk. Nach diesem Schock, die nächste Zeit komplett abgeschottet von der Zivilisation zu leben und dann auch noch nicht zu telefonieren und zu Simsen, begeben sich die Mädchen zu ihrem künftigen Wohnheim. Das Haus der Seepiraten.

Noch scheint alles ruhig und normal zu sein. Miaki Onitsuka albert mit Kozumin herum, Kotone Igasaki als Leiterin und Lisa Takahashi als Stellvertreter des Clubs entledigen sich ihrer Kleidung. Zwei weitere Mädchen holen etwas zum Essen und Tutorin Hitoe Tsurumi begibt sich auf die Suche nach dem Archivmitarbeiter und einem Handy Empfang.

Auf dem Weg zum Windkraftwerk kommt Hitoe bei einem alten Schrein vorbei. Als sie plötzlich ein Krachen und Rumsen hört, schaut sie neugierig nach dem Rechten. Keine Spur von dem Archivmitarbeiter aber was ist das? Eine nur schemenhaft, erkennbare Gestalt mit einer Maske und einem Messer steht plötzlich hinter Hitoe. Bevor sie überhaupt realisiert, was gerade geschieht, fließt das Blut bereits in Strömen. Der Fluch der alten Seepiraten existiert wohl noch immer. Oder treibt einfach nur ein Wahnsinniger sein Unwesen und erledigt ein Mädchen nach dem Anderen? Was hat die Nachricht „Das Blutopfer für die Wiedergeburt – 13 – Jungfrauen“ zu bedeuten? Alle zwölf Mädchen sind in großer Gefahr und es gibt kein Entkommen…

Bloody Maiden© Sutarou Hanao, Kikuhiko Taida, Kadokawa, Kazé
Eine große Portion Erotik, etwas Humor, ...
Bloody Maiden© Sutarou Hanao, Kikuhiko Taida, Kadokawa, Kazé
... und viel, viel Blut!

Meinung von MT:

Zunächst eine eigentlich sehr logische Frage: Wer fährt bitteschön in Anführungszeichen „freiwillig“ auf eine abgeschottete Insel mit dem makaberen Titel „Insel der 13 Dämonen“ und wundert sich dann auch noch, dass dort nichts mit rechten Dingen vor sich geht. So etwas ist vielleicht als Touristenattraktion für ein paar Stunden nett, aber das war es dann auch schon.

In Japan sind die Mädchen wohl etwas furchtloser und abenteuerlustig gestrickt. Doch wenn wirklich ein Massenmörder auf dieser Insel sein Unwesen treibt und eine nach der Anderen absticht, erwacht der normale Menschenverstand auch bei diesen Mädchen. Flüchten! Lauf, so schnell du kannst! Bring dich in Sicherheit und beachte die obersten Regeln. Punkt 1: Sei nie alleine unterwegs. Punkt 2: Besorg dir schnellstmöglich eine Waffe und Punkt 3: Gerate nicht in einen psychotischen Zustand.

Immerhin sind die zwölf Mädchen Kampferprobt, nachdem sie einem Naginata Club angehören. Zur kleinen Bedeutung was Naginata ist, dass im Manga leider nicht näher erläutert wird: Naginata kommt aus Japan im 12. Jahrhundert und ist eine Schwertlanze, die damals von Mönchen und Soldaten benutzt wurde. Auch heute noch wird die Ausübung dieser Lanze gelernt und ähnlich wie beim Fechten Turniere abgehalten. Die Kunst des Kampfes mit der japanischen Naginata nennt man auch Naginatadō.

Trotz der erhofften Kampferfahrung werden die Mädchen komplett überrumpelt. Zunächst wird die Tutorin sehr brutal abgeschlachtet und verliert dabei auch noch ihre Kleidung. Dies passiert bereits auf Seite 48 und lässt trotz des Horrors die große Portion Erotik wiederspiegeln. Bereits im ersten Band hinterlässt der Mörder seine Spuren. Doch bis die Mädchen überhaupt kapieren, dass hier ein Wahnsinniger auf Kiyoshi Ōkubo (ein bekannter, japanischer Serienmörder) spielt, ist der erste Band schon wieder vorbei.

Nachdem Bloody Maiden schon mit zwei Bänden abgeschlossen ist, wird in den nächsten Kapiteln die Zahl 13 wohl noch weiter minimiert. Ich bin gespannt, wie viele Mädchen am Ende noch übrig bleiben und wer der Täter wirklich ist.

Es ist unglaublich, wie Zeichner Sutarou Hanao und Autor Kikuhiko Taida diesen Mix aus Horror und Erotik kombinieren. Man wird von den Brüsten egal ob Cup A oder Cup Doppel D regelrecht erdrückt. Hinzu kommt noch ein Schuss Komödie in Verbindung mit den bekannten SD Einlagen. Ein normaler Horror ist Bloody Maiden also nicht und will so viele Themenbereiche wie nur möglich abdecken. Dieser extreme Fanservice ist leider etwas übertrieben und darunter leidet auch der angepeilte Horror.

Die zwölf Mädchen werden nicht nur zu Beginn namentlich erwähnt, sie besitzen auch bekannte Merkmale was das Unterscheiden vereinfacht. Ein paar Mädchen wie Miaki Onitsuka, Miori Kaizawa oder Kotone Igasaki spielen mehr im Vordergrund wobei einige Mädchen nur am Rande behandelt werden. Der Manga konzentriert sich dabei vollends auf die Mädchen und dem ominösen Täter.

Der Zeichenstil erinnert stark an einen Anime Comic, der in Schwarz weiß ausgedruckt wurde. Die Detailverliebtheit wiederspiegelt sich dabei in den Mädchen und ihrer heiligen Oberweite. Im Großen und Ganzen gefällt mir der Zeichenstil eigentlich sehr gut und Kotone erinnert mich stark an die Schwertkämpferin Saeko Busujima von Highschool of the Dead von Daisuke Satō und Shōji Satō.

Bloody Maiden ist ein Survival Horror Trip, der viele Horrorklischees auswirft wie z.B. den bekannten Horrorfilm Freitag der 13. oder dass der Täter bei jedem Mord Heavymetal Musik von Iron Maiden oder Slayer horcht. Am Ende des ersten Bandes wird es sogar noch sehr dramatisch und ein neuer Unbekannter betritt die Insel.

Der nächste, finale Band erscheint am 12. Dezember 2013 bei Kazé und lässt die Mädchen weiter fürchten. In Japan erschien die Serie im Jahr 2010 im Magazin Dragon Ace vom Verlag Kadokawa. Zudem hat die Serie noch den Untertitel Toomarimiki no Shima. Die deutsche Ausgabe beinhaltet zwei (vier) Farbseiten und auf der letzten Seite ein Gruppenfoto aller Mädchen. Ebenfalls nett, ist die Erklärung der unterschiedlichen Heavy Metal Songs auf der vorletzten Seite.

Am Ende hin gefiel mir der kurze Ausflug zu den Mädchen und der schaurigen Insel ziemlich gut. Dies trifft auf den einen oder anderen vielleicht nicht zu, da ja Geschmäcker bekanntlich sehr verschieden sind. Wenn man jedoch resistent gegen: Fetisch, Frauen am Kreuz, kranke Mörder und nur Mädchen wohin man blickt, dann kann man auf alle Fälle einen Blick riskieren.

Bloody Maiden ist für Zwischendurch ideal, besitzt eine leicht verständliche Story und große, schön gezeichnete Bilder. Perfekt für eine Reise, dann aber hoffentlich mit dem Auto und nicht mit dem Schiff. Nicht, dass man noch Alpträume bekommt!

Fazit: Survival Horror mit einer großen Portion Erotik!

Vielen, lieben Dank an Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!