Anne Shirley hat Sommersprossen, feuerrote Haare, ein lebhaftes Temperament und eine noch viel lebhaftere Vorstellungskraft. Genau die richtigen Voraussetzungen, um allerhand Wirbel in das verschlafene Avonlea zu bringen.

Die Geschichte beginnt in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts auf der Prince-Edward-Insel an der Ostküste Kanadas. In der kleinen Stadt Avonlea beschließen die alternden Geschwister Matthew und Marilla Cuthbert, einen Jungen zu adoptieren, der ihnen auf der Farm Green Gables helfen soll. Matthew Cuthbert ist sehr wortkarg, aber dafür lieb und verständnisvoll, allerdings hat er eine Schwäche für Frauen. Aber anders als im üblichen Sinn. Sobald auch nur in der Ferne ein weibliches Wesen auftaucht, fängt er an zu schwitzen und kann nur noch stottern.

Marilla hingegen ist das genaue Gegenteil ihres Bruders. Über Nachbarn und Bekannte wird also dem nächstgelegenen Waisenhaus bestellt, sie möchten doch bitte einen ungefähr 11-jährigen Jungen für die Cuthberts schicken. Doch als Matthew zum Bahnhof fährt, um seinen zukünftigen Helfer abzuholen, findet er dort nur ein kleines, rothaariges Mädchen vor und zwar Anne Shirley.

Der arme Matthew steht dabei völlig neben sich, denn seine Frauenphobie bezieht sich auch auf kleine Mädchen. Da er Anne allerdings nicht auf dem Bahnhof stehen lassen kann, beschließt er das Mädchen erst mal mit nach Hause zu nehmen. Anne ist völlig begeistert von der Insel und dem Haus mit den grünen Giebeln. Bisher war die Kleine nur herumgestoßen und als billige Arbeitskraft ausgenutzt worden. Jedoch will Marilla das Kind am nächsten Morgen wieder zurückschicken um sich den versprochenen Jungen zu holen. Allerdings regt sich Marillas Gewissen, als sie Annes Geschichte hört.

Annes Eltern starben kurz nach ihrer Geburt, so wurde sie von der Familie Thomas aufgenommen und musste sich um die jüngeren Kinder dieser Familie kümmern. Nach dem Tod von Mr. Thomas musste sie sich ihren Lebensunterhalt bei der Familie Hammond verdienen. Doch nach ein paar Jahren löste Mrs. Hammond ihren Haushalt auf und brache Anne ins Waisenhaus von Hopetown, wo man sie anfänglich auch nicht wollte.

Trotz ihrer strengen Art hat Marilla ein gutes Herz und sie beschließt, Anne bei sich aufzunehmen. Für Anne beginnt die beste Zeit ihres bisherigen Lebens, obwohl sie manchmal doch arge Schwierigkeiten hat, sich den Cuthberts anzupassen. Später findet sie auch noch eine Freundin und zwar Diana Barry. Das sanfte, schwarzhaarige Mädchen. In der Schule gefällt es Anne auch besonders, auch wenn viele Streiche auf sie warten.

Nach und nach wird auch aus der unbändigen Anne ein anständiges junges Mädchen, aber eine Sache trübt nach wie vor ihre Glück und zwar ihre roten Haare, So beschließt sie eines Tages, die Haare schwarz zu färben mit tragischen Folgen. Das Haar wird nicht schwarz sondern grün. Doch Anne beginnt sich später zu akzeptieren, wie sie ist. Das ist auch der Beginn eines neuen, zweiten Lebens für Anne. Sie ist erwachsen geworden und möchte Lehrerin werden.

Matthew und Marilla beschließen die hochbegabte Anne aufs College in Charlottetown zu schicken. Anne hat Heimweh nach dem Haus mit den grünen Giebeln, aber sie hat ein Ziel vor Augen. Sie will die beste sein und das Avery-Stipendium gewinnen, das es ihr ermöglichen würde, noch drei weitere Jahre zu studieren. Ihr Ehrgeiz bestimmt von nun an ihr Leben und sie schafft es auch, ihre Träume zu verwirklichen. Allerdings wird ihr Leben bald eine entscheidende Wendung nehmen und Anne muss sich entscheiden. Doch gerade in der Not findet sie in Gilbert Blythe einen wahren Freund.